Wahrheit könnte einer alternden Gesellschaft wie der deutschen bei der Lösung eines wichtigen Problems helfen. Sie lautet: Pflegen kann nicht jeder. Das klingt logisch. So logisch, dass es öffentlich wohl keiner bestreiten würde. Doch das Eingeständnis, dass die Sorge für Pflegebedürftige kein Selbstgänger ist, nichts, was Mutti noch nebenher erledigen kann oder was billig zugekauft wird, dieses Eingeständnis gelingt meist nur wenigen Menschen: meist denen, die selbst schon Angehörige versorgt oder für sie nach geeigneten Pflegekräften oder einer Pflegeeinrichtung gesucht haben.
Vielleicht ist das der Grund, warum sich der Fachkräftemangel in der Pflege zuspitzt. Zurzeit fehlen 42.000 Pflegekräfte in Deutschland, doch schon in acht Jahren werden es rund 150.000 sein. Es ist deshalb richtig (und höchste Zeit), dass Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Zuwanderung für Pflegekräfte aus dem Ausland erleichtern will. Schließlich sind die Deutschen nicht die einzigen mit einer alternden Gesellschaft, und der Wettbewerb um qualifizierte Pflegefachkräfte hat längst begonnen.
Der Vorstoß des Ministers allein löst aber nicht das Problem. Damit auch in Zukunft eine qualifizierte Pflege möglich ist, sollten auch die Rahmenbedingungen für die Pflegenden verändert werden. Dazu gehört eine bessere Bezahlung genauso wie eine Entlastung von bürokratischem Ballast. Auch die Ausbildungs- und die Umschulungsmöglichkeiten für den Pflegeberuf müssen erweitert werden. Das alles ist teurer, als nur die Grenzen für ausländische Pflegefachkräfte zu öffnen. Aber man sollte das eine tun und das andere nicht lassen.
Daran lässt sich messen, wie viel Wertschätzung eine Gesellschaft ihren Alten und Schwachen entgegenbringt. Nur wenn der Pflegeberuf auch für Inländer attraktiv ist, lässt sich der Pflegenotstand verhindern.
Seit 1999 arbeiet ich im Pflegewesen an verantwortlicher Stelle. Gute Mitarbeiter zu bekommen ist inzwischen ist sehr schwierig. Im Rhein/Main Gebiet gibt es keine examinierte Pfleger. Hier ist der Plfegenotstand inzwischen angekommen. Stationen und Wohnbereichen werden geschlossen. Aber der Appell kommt zu spät. Pflegkräft eaus dem Ostblock kommen nicht nach Deutschland. Dokumentationspflicht und Sprachschwierigkeiten sind zum unüberbrückbaren Hindernis geworden. inzwischen sind alle Pfleger aus dem Osteuropäischen Länder in England,Irland und Skandinavien. Die hatten keine so großen politischen Bedenken gegen die "Riesenwelle von Billigkräften" aus dem Osten. Wer zuspät kommt, den ......