wir haben jetzt seit 20 Jahren einen ambulanten Pflegedienst, Fachpersonal zu bekommen war hier schon immer schwierig (Münchner Süden) aber die letzten Jahre hat es sich zugespitzt.
Das Gehalt ist nicht mehr ausschlaggebend bei uns geht keine exam. Pflegekraft unter 1800 bis 2000 € netto /mtl. nach Hause. Selbst wenn man das Gehalt erhöhen würde bekommt man keine mehr. Die Zeit für Ausländische Pflegekräfte ist schon längst vorbei, die Osteuropäer brauchen die nämlich selbst. Die Lage ist inzwischen so schlimm das wir große Regionen hier im Lkr. nicht mehr ambulant versorgen können. Es ist nicht mehr die Frage welcher Dienst kommt, sondern ob überhaupt noch einer kommt.
Die Versorgung in den Kliniken und anderen Diensten ist bereits am zusammbrechen, jeder der das Pech hat zu verunglücken sollte beten das er ausreichend versorgt wird.
Der Ausbildungsstandard muss angehoben werden, die Pflegefachausbildung ist knackig dagegen ist ein BWL Studium ein Witz. Mittlere Reife oder Abitur sind in Münchner Krankenpflege Schulen schon Grundbedingung. Immer mehr Ärztliche Aufgaben werden auf Pflegekräfte abgewälzt. Ein Fehler und jemand kommt ernsthaft zu Schaden. Da muss man eine gute Ausbildung haben.
Der Mangel beruht auf sehr schlechte Bezahlung, Ausbeutung und Verachtung der Pflegekräfte und Verachtung gegenüber anderen Menschen aus dem Ausland. Wir holen die Pflegekräfte aus dem Ausland, damit wir den dortigen Menschen diese Leute entziehen können und sie kein Anrecht auf Pflege im eigenem Land haben. Ich nenne dies Menschenverachtend, von den Politikern gewollt!
"Dazu gehört eine bessere Bezahlung genauso wie eine Entlastung von bürokratischem Ballast."
Warum dann erleichterter Zuzug? Lasst den Preismechanismus im Inland wirken und der Pflegeberuf wird attraktiv.
Zuzugserleichterungen haben hingegen nur ein Ziel: billige Pflege, damit vom Erbe was übrigbleibt. Typisch FDP.
Nach meiner Erfahrung und Beobachtung gibt keinen Fachkräftemangel! Natürlich kommt es darauf an wie ich "Fachkräfte" behandle und "Fachkraft" definiere. Ich bin jetzt seit 13 Jahren in der stationären Altenpflege tätig und habe vorher einen handwerklichen Beruf erlernt und in diesem gearbeitet. Gelte ich somit als Renten- oder Pflegeexperte?
"Damit auch in Zukunft eine qualifizierte Pflege möglich ist, sollten auch die Rahmenbedingungen für die Pflegenden verändert werden. Dazu gehört eine bessere Bezahlung genauso wie eine Entlastung von bürokratischem Ballast."
Stimmt! Was ich aus simpler Berufserfahrung feststellen kann ist z.B. dass ich noch vor ca. 6 Jahren ungefähr 1/2 Stunde für die tägliche Dokumentation meiner Arbeit benötigte. Inzwischen sind es täglich fast 2 Stunden. Allein dies im Namen der Worthülse "Transparenz". Also stehen von 8 Stunden Arbeitszeit schon mal 1,5 Stunden nicht den zu Pflegenden zur Verfügung. Dies bei immer älter werdenden Hilfebedürftigen. Älter bedeutet jedoch nicht auch weiser, gesünder, unkomplizierter.
In den Spätdiensten wird z.B. zunehmend an Küchenpersonal gespart. Diese Aufgaben werden immer öfter vom Pflegepersonal übernommen. In diesem Fall gehen weitere 1,5 bis 2 Stunden für die Zubereitung und Austeilung des Abendessens, das Abräumen von Geschirr, Bestückung und ausräumen der Spülmaschine und Säuberung des Küchenbereiches von der Arbeitszeit weg.
" Auch die Ausbildungs- und die Umschulungsmöglichkeiten für den Pflegeberuf müssen erweitert werden. Das alles ist teurer, als nur die Grenzen für ausländische Pflegefachkräfte zu öffnen. Aber man sollte das eine tun und das andere nicht lassen."
Wenn es zur Einstellung von Personal kommt, dann möglichst "billig". Problem: Wer billiges Personal will, bekommt auch billiges Personal... Immer häufiger kommt eher unqualifiziertes Personal von den Schulen, da versucht wird jeden der ohne Arbeit ist in der Altenpflege unterzubringen. Nicht nur, daß nun mal nicht jeder zum Pfleger, Astronauten oder Politiker geeignet ist, die Ausbildung an einigen Schulen lässt , meiner Ansicht nach, auch sehr zu wünschen übrig und häufig wurde dieses Personal bereits während der Praktikumszeit verschlissen. Im Bereich der Betreuung wird wiederum versucht Freiwillige, sogenannte MAE-Kräfte oder sonstige Hilfskräfte unterzubringen. Das eigentliche Pflegepersonal hat schon für kurze Gespräche kaum noch
Zeit.
Aber! Keiner muss dumm sterben. Wer sich wirklich umfassend informieren will was im Pflegebereich Sache ist sollte einfach mal 1/4 Jahr in diesem Bereich arbeiten und dann 1/4 Jahr am Fließband. Dem Geldbeutel und der eigenen Gesundheit tut er damit freilich keinen Gefallen.
Der Trend, Pflegekräfte aus Osteuropa für unsere Alten ins Land zu holen, ist moderner Kolonialismus. Während früher die Ressourcen geplündert wurden, sind es jetzt die jungen Arbeitskräfte. Denkt denn jemand wirklich, dass in Osteuropa ein geringerer Bedarf an Pflegekräften herrscht, wo diese Landstriche doch durch den Wegzug der Jüngeren ohnehin ähnliche Altersstrukturen aufweisen wie Deutschland? Mit welcher moralischer Einstellung muss man gesegnet sein, diesen Luxus für sich selbst zu fordern, nur weil man zufällig in einem reicheren Land lebt?
Nein, wir müssen stattdessen dafür sorgen, dass inländische Kräfte motiviert genug sind, diesen Beruf zu ergreifen. Er muss besser bezahlt sein, und bessere Bedingungen bieten. Dann ließe sich das Problem auch nachhaltig lösen. Stattdessen auf einen Drain aus Osteuropa zu setzen, ist nicht nur moralisch falsch, sondern auch lediglich eine temporäre Lösung.
Pflegekräfte sind knapp, das ist inzwischen allgemein bekannt und trotzdem will Brüssel den Pflegeberuf akademisieren.
Glauben die Verantwortlichen, dass sich so der Pflegenotstand abbauen lässt?
Seit 1999 arbeiet ich im Pflegewesen an verantwortlicher Stelle. Gute Mitarbeiter zu bekommen ist inzwischen ist sehr schwierig. Im Rhein/Main Gebiet gibt es keine examinierte Pfleger. Hier ist der Plfegenotstand inzwischen angekommen. Stationen und Wohnbereichen werden geschlossen. Aber der Appell kommt zu spät. Pflegkräft eaus dem Ostblock kommen nicht nach Deutschland. Dokumentationspflicht und Sprachschwierigkeiten sind zum unüberbrückbaren Hindernis geworden. inzwischen sind alle Pfleger aus dem Osteuropäischen Länder in England,Irland und Skandinavien. Die hatten keine so großen politischen Bedenken gegen die "Riesenwelle von Billigkräften" aus dem Osten. Wer zuspät kommt, den ......