Es nützt allerdings wenig, das richtige Thema erkannt zu haben, wenn man es dann falsch anpackt. Eine Charta klingt erst einmal hochtrabend, bedeutet aber so gut wie gar nichts. Erst recht nicht, wenn das Vorhaben derart verschwurbelt formuliert ist, dass es absehbar folgenlos bleiben wird.
Tatsache ist, und das ahnt auch die Bundeskanzlerin: Zum Thema Familienpolitik wurden bereits genug Papiere unterzeichnet. Nun ist es Zeit, Taten folgen zu lassen. Anders als bei der schlagzeilenträchtigen Frauenquote für Vorstandsposten gibt es aber keine einzelne plakative Maßnahme, die familiengerechte Arbeitsplätze befördern könnte. Viele verschiedene Schritte sind nötig, von Politik wie auch von Unternehmen. Gar nicht hilfreich ist es, wenn beide Seiten sich gegenseitig die Schuld dafür zuschieben, dass nichts geschieht.