FDP-Parteichef Philipp Rösler
Der ohnehin heftig kritisierte Rösler will am Freitag auf dem Dreikönigstreffen in Stuttgart in einer rund einstündigen Rede seiner Partei einen Weg aus der Dauerkrise aufzeigen und die FDP wieder auf Kurs bringen. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von "Stern" und RTL liegen die Liberalen derzeit nur bei drei Prozent. Viele Parteimitglieder zweifeln daran, dass Rösler die nötigen Führungsqualitäten hat, die Liberalen aus dem Umfragetief herauszuholen. Sie sehen in dem Fraktionsvorsitzenden Brüderle den eigentlichen starken Mann.
Diese Zweifel am FDP-Chef will auch der frisch gebackene Generalsekretär Döring offenbar nicht zerstreuen, den Rösler selbst Mitte Dezember in das Amt gehoben hat. Röslers langjähriger Freund zeigte sich im Interview mit dem "Stern" sehr gesprächig und plauderte aus dem Nähkästchen. Der FDP-Vorsitzende habe auf parteiinterne Kritik und Machtkämpfe dünnhäutig reagiert, sagte Döring offenherzig. Hinter jeder Kritik eines Kreisvorsitzenden habe Rösler eine Intrige gewittert.
In dem Gespräch äußerte sich der Generalsekretär zudem sehr kritisch über seinen Vorgänger Christian Lindner, der im Dezember überraschend seinen Job hingeworfen hatte. Lindner habe "nie eine politische Schlacht schlagen müssen". Ihm sei "alles zugeflogen, noch mehr als Philipp alles zugeflogen ist", sagte Döring freimütig. Zweifel an Röslers Erfahrung äußerte auch Schleswig-Holsteins Vizeministerpräsident Garg. "Vom Dreikönigstreffen muss die klare Botschaft ausgehen, dass die Zeit der Selbstbeschäftigung vorbei ist", sagte Garg. Die FDP müsse wieder Themen setzen. Mit Blick auf die verheerenden Umfragewerte der Bundespartei und die anstehende Landtagswahl in Kiel im Mai fügte er hinzu: "Viel Zeit hat Rösler nicht mehr."