Schäuble muss beim Defizitabbau wieder einen Gang zurückschalten
Die Steuerpläne stellen einen Kraftakt dar, denn die Milliardenhilfen für Griechenland zur Euro-Stabilisierung treiben die Schulden Deutschlands in die Höhe. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss beim Defizitabbau wieder einen Gang zurückschalten - dies geht aus seinem Haushaltsentwurf für 2012 und dem Finanzplan bis 2015 hervor, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.
Zwar fällt die Neuverschuldung des Bundes in diesem Jahr mit weniger als 30 Mrd. Euro und im kommenden Jahr mit 27,2 Mrd. Euro weit geringer aus als zuletzt veranschlagt. In den Folgejahren kann Schäuble die Nettokreditaufnahme aber weniger stark drücken als noch im März geplant. Bis 2015 soll die Neuverschuldung nun auf 14,7 Mrd. Euro sinken. Im März war noch von 13,3 Mrd. die Rede.
Zur anvisierten Steuersenkung will das Kabinett an diesem Mittwoch in Berlin begleitend zur Haushaltsvorlage einen Beschluss fassen, erläuterte FDP-Sprecher Wulf Oehme. Auf das genaue Volumen der Entlastungen wolle sich die Koalition bis zum Herbst verständigen und dann parallel zum Bundeshaushalt 2012 einen Gesetzentwurf beschließen. "Ziele sind Steuersenkungen, eine Senkung der kalten Progression und eine Senkung der Lohnzusatzkosten."
In einem gemeinsamen Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend vorlag, erklären die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Philipp Rösler (FDP): "Kleinere und mittlere Einkommen werden zum 1. Januar 2013 steuerlich entlastet, und wir werden die kalte Progression vermindern. (...) Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung ergeben sich aufgrund höherer Wachstumswerte zusätzliche Handlungsspielräume auf der Einnahmeseite."