FTD.de » Politik » Deutschland » Autogala zum Verfassungsgeburtstag

Merken   Drucken   15.01.2009, 21:29 Schriftgröße: AAA

Feier zum 60.Jahrestag: Autogala zum Verfassungsgeburtstag  

Ausgerechnet eine Fernsehshow über "Deutschlands schönste Autos" wollen die Veranstalter in den Mittelpunkt des Bürgerfestes zur Feier des 60. Jahrestags des Grundgesetzes stellen. Deutschland solle dabei als "Autoland" präsentiert werden, heißt es in einer Planung der Agentur Media Event für das Fest. von Peter Ehrlich (Berlin)
Die bisherigen Vorbereitungen für das Fest vom 22. bis 24. Mai, das mit 2 Mio. Euro vom Bundesinnenministerium unterstützt wird, und den davor geplanten Staatsakt stoßen allerdings auf zunehmende Kritik bei den Sozialdemokraten. Sie fühlen sich von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) übergangen fühlen.
Bisher habe es in der Regierung keine Abstimmung über die Eröffnung des Bürgerfestes gegeben, argumentiert die SPD-Seite der Regierung. Das Fest sei nicht, wie bei Aufträgen dieser Größenordnung üblich, ausgeschrieben worden, Ausrichter Stephan Vogel von Media Event sei CDU-nah. Das Innenministerium hält dagegen, man leiste nur einen Zuschuss zu dem vor allem von Sponsoren getragenen Fest. Die Konzeption des Festes, das von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet werden soll, sei in mehreren Besprechungen aller Ressorts erörtert worden.
Die bisherige Planung passt nach Ansicht von SPD-Chef Franz Müntefering  aber nicht zur Bedeutung des Anlasses. "Nur ein Staatsakt mit Merkel, dem Bundespräsidenten und Sinfoniekonzert kann es nicht sein", sagt Müntefering. Auch der Bundestag müsse sich mit dem Thema befassen. "Wir müssen die Entstehung des Grundgesetzes und seine Bedeutung diskutieren." Wenn es so etwas wie eine Leitkultur gebe, dann seien es die Inhalte des Grundgesetzes.
Münteferings Hintergedanke ist klar: Die Republik besteht nicht nur aus dem ersten Kanzler Konrad Adenauer (CDU), auch Sozialdemokraten haben ihren Anteil. Weil in diesem Jahr auch des 20. Jahrestags des Mauerfalls gedacht wird, fügt der SPD-Chef warnend an: "Das war nicht das Verdienst des CDU-Kanzlers Helmut Kohl, das waren die Menschen in der DDR."

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