Die meisten Flüchtlinge gelangen über die Türkei in die EU
Die Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die Probleme der europäischen Asylpolitik. Haupteinfallstor für die Flüchtlinge ist die griechisch-türkische Landgrenze. Die EU-Grenzschutzorganisation Frontex teilte in der vergangenen Woche mit, dass allein im dritten Quartal dort 18.000 Menschen aufgegriffen wurden, die versuchten in die EU zu gelangen. Griechenland sei das Haupttransitland für Flüchtlinge, die von dort aus in andere EU-Mitgliedstaaten reisten.
Laut EU-Recht müssten die Asylanträge in Griechenland bearbeitet werden. Die deutschen Stellen könnten einen Asylsuchenden dorthin zurückschicken. Die griechischen Behörden sind jedoch mit dem Ansturm überfordert. Deshalb werden die Anträge bereits seit Anfang 2010 in Deutschland bearbeitet.
Die Schutzsuchenden kommen vor allem aus Krisenländern, wie Afghanistan, Irak und Syrien. Besonders drastisch war der Anstieg bei den Pakistanern. Ihre Zahl verdreifachte sich im Vergleich zu 2010 auf gut 2500. Die Zahl der Asylbewerber aus Syrien stieg um knapp 77 Prozent auf 2634.