Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes sagte dem Sender N-TV, ein 23-jähriger Somalier und ein in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geborener, 24-jähriger Deutscher seien um 06.55 Uhr kurz vor dem Start einer KLM-Maschine nach Amsterdam aus dem Flugzeug geholt worden.
Die beiden Männer stünden in Verdacht, sich am Dschihad (Heiliger Krieg) und an möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen. Sie hätten Abschiedsbriefe hinterlassen. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.
Die Festnahme lief offenbar von den übrigen Passagieren im Ankunfts- und Abflugsbereich weitgehend unbemerkt ab.
Laut Flughafen war die Bundespolizei an der Festnahme beteiligt. Die Airline KLM teilte mit, dass nach der Festnahme der beiden Männer auch die anderen Passagiere das Flugzeug verlassen mussten. Das gesamte Gepäck wurde vorübergehend ausgeladen.
Nach Polizeiangaben gibt es keine Verbindungen zur öffentlichen Fahndung nach den beiden Terrorverdächtigen aus dem Saarland, Erich Breininger und Houssain al Malla. Die möglichen Pläne der beiden jungen Männer riefen in Sicherheitskreisen größere Besorgnis hervor als die Festnahmen am Kölner Flughafen, hieß es.
Breiniger und al Malla, die Verbindungen zur sogenannten Sauerland-Gruppe hatten, wird unterstellt, Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union (IJU) zu sein und in Deutschland Anschläge zu planen. Breininger kündigte das Vorhaben in einem Internet-Video an.
Mehr Anschläge auf Bundeswehr befürchtet
Auch der mögliche Zeitpunkt bereitet den Behörden Sorgen: Mitte Oktober wird der Bundestag über eine Verlängerung des deutschen Afghanistan-Mandats entscheiden. Die Bundeswehr rechnet deswegen mit mehr Anschlägen am Hindukusch und auch in Deutschland ist das Bundeskriminalamt besonders wachsam.
Trotz der beiden Fälle gibt es nach offizieller Einschätzung der Bundesregierung keine konkrete Anschlagsgefahr in Deutschland. "Es bleibt bei der Einschätzung, dass wir im Fadenkreuz des Terrorismus stehen", sagte eine Sprecherin von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Berlin. Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen existierten aber nicht.