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Merken   Drucken   26.12.2004, 21:35 Schriftgröße: AAA

Flutkatastrophe: Sorge um deutsche Opfer  

Über das Schicksal der mehreren tausend deutschen Urlauber in der Region gab es am Sonntag zunächst keine Klarheit. Während in Thailand Gerüchte über mehrere Todesopfer aus Deutschland kursierten, konnte das Auswärtigen Amt in Berlin am Abend keinen Fall bestätigen. von Sabine Muscat
Für Rückfragen von Angehörigen hat das Ministerium unter der Nummer 030-5000-1000 eine Telefonhotline eingerichtet. Auch die Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook wussten bis Sonntagabend nicht, ob ihre Gäste zu Schaden gekommen sind. Auf Sri Lanka seien die deutschen Touristen aber "wohlauf", hieß es bei TUI. Auch auf den Malediven gebe es nach bisherigen Erkenntnissen keine deutschen Opfer. Der Düsseldorfer Ferienflieger LTU bringt am Montagmorgen 300 Touristen nach Düsseldorf zurück, die am Samstag mit dem Ziel Malediven gestartet waren.
Die deutschen Botschaften und Konsulate in den Krisengebieten seien verstärkt worden, sagte eine Sprecherin. Auch liefen Abstimmungen mit Hilfsorganisationen vor Ort. Außenminister Joschka Fischer leitete am Sonntagabend eine Sitzung des Krisenstabes in Berlin.
Den Regierungen der betroffenen Länder sagte die Bundesregierung am Sonntag eine Mio. Euro Soforthilfe zu. Ein Erkundungsteam des Technischen Hilfswerks brach im Auftrag des Innenministeriums nach Sri Lanka auf, um Infrastrukturschäden zu untersuchen. Die Europäische Kommission gab drei Mio. Euro Katastrophenhilfe frei.
Mitarbeiter von Deutscher Welthungerhilfe, Caritas international, Katastrophenhilfe der Diakonie und dem Arbeiter-Samariter-Bund begannen schon am Sonntag, die Opfer mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Notunterkünften zu versorgen. Mit der "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) haben mehrere Hilfsorganisationen zu Spenden aufgerufen.
Auch das Deutsche Rote Kreuz und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef sagten Hilfe zu und riefen zu Spenden auf. Das Deutsche Rote Kreuz rechnet mit mehr als 100.000 Obdachlosen. Nach Unicef-Schätzungen dürften ein Drittel der Betroffenen Kinder und Jugendliche sein.
  • FTD, 26.12.2004
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