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Merken   Drucken   30.06.2009, 12:26 Schriftgröße: AAA

Folge der Krise: Arbeitslosenzahl saisonbereinigt gestiegen  

Die Rezession hat den Arbeitsmarkt längst erreicht. Zwar ist die unbereinigte Arbeitslosenzahl - auch wegen eines Statistikeffekts - gefallen. Bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse wird aber deutlich: Es geht abwärts.
Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 17.000 zu, im Osten um 9000. Die Zahlen legte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstagvormittag in Nürnberg vor. Ohne eine statistische Änderung im Mai wäre die saisonbereinigte Zahl sogar um schätzungsweise 50.000 gestiegen, teilte die BA mit. 19.000 Arbeitslose, die von privaten Vermittlern betreut werden, werden seither nicht mehr erfasst.
Ohne saisonale Effekte ist die Arbeitlosenzahl in Deutschland im Juni erneut leicht gesunken. Im Vergleich zum Vormonat ging sie um 48.000 auf 3,410 Millionen zurück. Der Rückgang fiel wegen der Wirtschaftskrise schwächer aus als sonst üblich. Ohne die im Mai erfolgte Änderung der Arbeitslosenstatistik hätte sich die Zahl der Jobsuchenden zudem nur um 29.000 verringert, teilte die BA weiter mit.
"Die Rezession der deutschen Wirtschaft hat die Frühjahrsbelebung überlagert. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel im Juni daher geringer aus als in den letzten Jahren", sagte der BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die starke Nutzung der Kurzarbeit dämpfe aber die Auswirkungen der Krise. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent.
Weniger Neuanträge für Kurzarbeit Die Nachfrage nach Kurzarbeit nimmt weiter ab. Für Juni hätten schätzungsweise bis zu 12.000 Betriebe für etwa 200.000 bis 220.000 Mitarbeiter Neuanträge gestellt, sagte Raimund Becker vom Vorstand der BA. Im Mai hatten vorläufigen Zahlen zufolge rund 14.000 Firmen für bis zu 290.000 Beschäftigte neue Anträge gestellt, im April waren es noch 19.400 Unternehmen für 446.400 Mitarbeiter.
Insgesamt gingen den Angaben zufolge seit Beginn der Krise im Oktober 2008 Anzeigen von 110.000 Unternehmen für über drei Millionen Menschen ein. Nicht alle Firmen, die Kurzarbeit beantragen, führen sie aber auch ein. Die BA geht davon aus, dass aktuell zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Beschäftigte bei Einkommenseinbußen durchschnittlich ein Drittel weniger arbeiten.

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