Das Pisa-Programm ist der größte Leistungstest für Schüler, an dem Deutschland bisher teilgenommen hat. Im "Programme for International Student Assessment" (Pisa), das die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegeben hat, werden seit dem Jahr 2000 im Abstand von drei Jahren Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schüler gemessen.
Als die Ergebnisse der ersten Pisa-Studie im Dezember 2001 veröffentlicht wurden, lösten sie in Deutschland eine heftige Bildungsdebatte aus. Deutsche Schüler lagen in allen getesteten Fächern im unteren Leistungsdrittel und damit deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. In der Folge war die Rede vom "Pisa-Schock".
Im Jahr 2000 wurde schwerpunktmäßig die Lesekompetenz untersucht, weitere Tests wurden in Mathematik und Naturwissenschaften durchgeführt. In der zweiten Untersuchung 2003 stand die mathematische Kompetenz im Mittelpunkt, 2006 werden es die Naturwissenschaften sein.
Im zweiten Pisa-Test verbesserte sich Deutschland zwar insgesamt gegenüber 2000 und stieg ins untere Mittelfeld auf. Der Aufstieg lag allerdings ausschließlich an den guten Ergebnissen der Schüler an Gymnasien. Die Leistungsunterschiede innerhalb der deutschen 15-jährigen Schüler hatten sich noch vergrößert. In Deutschland, so das Ergebnis, entscheidet die soziale Herkunft stärker als in jedem anderen Land über die Bildungschancen.
An dem internationalen Vergleich zwischen 32 Industrienationen nehmen insgesamt 180.000 Schüler im Alter von 15 Jahren teil, in Deutschland sind es etwa 5000 Schüler aus 219 Schulen. Die Stichprobe wird so ausgewählt, dass sie nach Bundesländern und Schulformen ein möglichst repräsentatives Abbild der deutschen Schülerschaft bietet.
Um ein deutlicheres Bild von den Leistungen deutscher Schüler im Vergleich der Bundesländer und Schulformen untereinander zu erhalten, wird in Deutschland ein erheblicher Zusatzaufwand betrieben. Für die "Pisa-Erweiterungsstudie"; kurz Pisa-E, wird die Stichprobe erweitert. Insgesamt werden für Pisa-E mehr als 50.000 Schüler aus insgesamt 1460 Schulen getestet.
Ziel von Pisa-E ist sowohl die Vergleichbarkeit der Bundesländer als auch der Vergleich von Schulformen innerhalb einzelner Bundesländer. Der erste Pisa-E-Bericht, der 2000 erhoben und 2002 vorgestellt wurde, ergab deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Bayern schnitt erheblich besser ab, als der OECD-Durchschnitt, Bremen landete sogar weit unter dem Bundesschnitt.
Die Tests für die zweite Pisa-E-Studie, die jetzt veröffentlicht wurde, wurden 2003 zusätzlich zu den 15-Jährigen auch an den 9. Klassen der teilnehmenden Schulen durchgeführt, da sich die 15-jährigen Schüler häufig auf verschiedene Klassenstufen verteilen, Gründe dafür sind Sitzenbleiber oder spätere Einschulungen.
Der nationale Vergleichstest Pisa-E beruht auf den Fragen des internationalen Pisa-Tests, erweitert durch spezifische Ergänzungsfragen. Generell geht es dabei nicht um da Abfragen von auswendig gelerntem Stoff, sondern auch um fächerübergreifendes Wissen und Allgemeinwissen. Bei der Lesekompetenz geht es beispielsweise nicht ausschließlich um das Textverständnis, sondern um das Lernen aus Texten.