Lupenreine ManagerkarriereDenn es war vor allem der 52-jährige Manager, der den Umbau der BA mit ihren über 90.000 Mitarbeitern vorangetrieben hat. Gerster repräsentierte die Behörde nach außen, vertrat in der Öffentlichkeit den Wechsel weg von unsinniger Arbeitsmarktpolitik hin zu schnellerer und besserer Vermittlung. Weise dagegen integrierte die BA nach innen. Er habe einen "kooperativen Führungsstil", sei "beliebt bei den Mitarbeitern", könne "gut zuhören", heißt es über ihn bei BA-Angestellten wie bei Gewerkschaften und Arbeitgebern.
Vor 22 Monaten von Gerster zur BA geholt, hat Weise eine lupenreine Managerkarriere hinter sich: Der gebürtige Sachse absolvierte eine Offiziersausbildung und ein Betriebswirtschaftsstudium bei der Bundeswehr, wo er Gerster kennen lernte. Nach Stationen bei dem Automobilzulieferer VDO, einem Braunschweiger Hüttenwerk und dem Zulieferer FAG gründete er 1997 den Frankfurter Logistikdienstleister Microlog Logistics mit.
Sein Know-how im Logistikbereich war einer Gründe, weshalb Gerster den zweifachen Familienvater 2002 mit nach Nürnberg nahm. Während der arrogant wirkende Gerster dort ins Hotel zog, siedelte Weise samt Familie in die Stadt um - und zwar in die alte Dienstvilla des Gerster-Vorgängers Jagoda. Ein Symbol, das bei BA-Mitarbeitern gut ankam. "Wenn einer es schafft, dann er", sagt ein Mitglied des Verwaltungsrates. Ob er es schafft, davon handelt ein anderer Krimi: Bisher hätte die BA-Führung die Mitarbeiter "noch nicht erreicht", gibt Weise zu.