FTD.de » Politik » Deutschland » Bis zu 100.000 Demonstranten in Stuttgart

Merken   Drucken   01.10.2010, 22:22 Schriftgröße: AAA

Freitagsprotest: Bis zu 100.000 Demonstranten in Stuttgart

Die Demonstrationen gegen das Projekt formieren sich zum Massenprotest. An einer Veranstaltung am Freitagabend nahmen nach Angaben der Veranstalter bis zu 100.000 Menschen teil. Die Ereignisse des Tages im Überblick. von Simon Schäfer  und Nikolaus Hammerschmidt
Die Proteste gegen das Projekt Stuttgart 21…

 

Die Proteste gegen das Projekt Stuttgart 21…

Zum Ergebnis Alle Umfragen

20:57 An der Demonstration vom Freitagabend nehmen nach Veranstalterangaben rund 100.000 Menschen teil. Mit Rufen wie "Oben bleiben" und "Mappus weg" reagierten die Gegner des 4,1 Mrd. Euro teuren Umbaus des Stuttgarter Hauptbahnhofs auf den Polizeieinsatz, bei dem am Donnerstag nach unterschiedlichen Angaben zwischen 130 und 400 Menschen verletzt worden waren. Bei der Kundgebung im Schlossgarten sagte der Sprecher der Initiative "Leben in Stuttgart", Gangolf Stocker, das Projekt sei Murks: "Wenn der Ministerpräsident Mappus schlafen geht, dann werden 100.000 auf seiner Bettdecke stehen". Eine unabhängige Bestätigung der Demonstrantenzahl gab es nicht.
19:55 Die Veranstalter der Großdemonstration haben eine Bühne aufgebaut, von der Redner den Stuttgartern einheizen. Auch ein Demo-Raper tritt auf und singt seinen Protest in Reimform heraus.
19:09 Bahnchef Rüdiger Grube bleibt hart: "Stuttgart 21 wankt nicht, wird gebaut, und es wird keinen Baustopp geben. Ich habe einen Vertrag, und deshalb werden wir dieses Projekt auch gewaltfrei umsetzen." Dennoch signalisiert Grube Gesprächsbereitschaft: "Ich möchte mit den Gegner reden." Der Protest solle aber friedlich und besonnen bleiben. "Wir bauen hier in der Stadt keinen Atommeiler, sondern einen Bahnhof." Bis Herbst 2011 würden keine weiteren Bäume gefällt.
18:47 "Herr Mappus wollte hier Blut sehen", sagt Grünen-Chef Cem Özdemir in Stuttgart. Es sei kein Zufall gewesen, dass die Räumung des Schlossplatzes am Donnerstag während einer Schülerdemonstration begonnen habe. Kurz vor Beginn der geplanten Großdemonstration warnt Özdemir vor einer erneuten Eskalation zur Gewalt. "Man redet solange darüber, dass man Demokraten zu Chaoten erklärt, bis sie es tatsächlich sind."
Proteste gegen Stuttgart 21   Proteste gegen Stuttgart 21
18:37 Die SPD lehnt einen Bundestagsuntersuchungsausschuss zum gewaltsamen Polizeieinsatz in Stuttgart ab. "Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit" des Polizeieinsatzes vom Donnerstag müsse "durch den Landtag und die Landesregierung Baden-Württembergs geklärt werden", sagt SPD-Fraktionsvorstandsmitglied Sebastian Edathy "Handelsblatt Online". Edathy weist damit Forderungen von Linksfraktions-Chef Gregor Gysi zurück.
18:25 SPD-Chef Sigmar Gabriel ruft Baden-Württembergs Landesregierung zur Deeskalation auf. "Die Politik darf jetzt nicht die Polizei missbrauchen, um vollendete Tatsachen zu schaffen, sondern muss im Gegenteil Druck aus der Auseinandersetzung heraus nehmen", verlangt er in Zeitungen der WAZ- Mediengruppe. Der richtige Weg sei eine intensive Diskussion und am Ende der von der Landes-SPD vorgeschlagene Volksentscheid. Die SPD halte das Vorhaben nach wie vor für gut. "Aber man kann solche Projekte nicht mit dem Polizeiknüppel gegen die Bevölkerung durchsetzen." An Kanzlerin Merkel gewandt sagt Gabriel, wenn sie die Wahl im März zur Entscheidung über Stuttgart 21 machen wolle, "dann muss sie jetzt einen Baustopp bis zur Landtagswahl verhängen und nicht die Polizei aufmarschieren lassen, um den Bau voran zu treiben".

Teil 2: Das Aktionsbündnis lehnt Gespräche ab

  • FTD.de, 01.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 03.10.2010 19:56:35 Uhr   conforma: Gewalt gegen Bürgerinnen und Büreger

    Die Polizei hat sich vom korrupten Kaiser-Haus willfährig gegen das Volk missbrauchen lassen.
    Die Polizei hat sich vom Mörderstaat der N@zis willfährig gegen das Volk missbrauchen lassen.
    Die Polizei hat sich von den kommunistischen Verbrechern der DDR willfährig gegen das Volk missbrauchen lassen.
    Die Polizei lässt sich heute vom Groß-Kapital und einer Parteien-Diktatur willfährig gegen die Bürgerinnen und Bürger missbrauchen - gegen die eigenen Kinder, Mütter, Väter, Rentner und jene, die lediglich ihre verfassungsmäßige Freiheit wahrnehmen.
    In Russland werden jene, die ihre in der Verfassung garantierten Rechte wahrnehmen wollen, von einer willfährigen Putin-Polizei niedergeknüppelt – NUR DORT.?

    So begann und beginnt immer ein anti-demokratischer Unrechts-Staat.!
    confo

  • 02.10.2010 09:16:02 Uhr   Christopher T. Welwert: Mehr Volksdemokratie nötig
  • 02.10.2010 04:54:23 Uhr   T B: Zusatzgewinn für die Bahn
  • 02.10.2010 00:26:18 Uhr   robert: Bürgerliches Ungehorsam
  • 02.10.2010 00:19:32 Uhr   beat126: Rechtsunsicherheit für Baufirmen
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote