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Merken   Drucken   28.01.2011, 04:00 Schriftgröße: AAA

FTD-Gespräch: Aigner ruft Bauern zum Zusammenschluss auf

Exklusiv Die Landwirtschaftsministerin ist überzeugt, dass Erzeugergemeinschaften Marktmacht nutzen können und fordert die Bauern auf, aktiv zu werden. Bei Rohstoffen setzt sie hingegen auf Regulierung: Die Förderung von Mais für Bioanlagen soll sinken. von Maike Rademaker  Berlin
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner  (CSU) hat die Landwirte auf gefordert, mit Erzeugergemeinschaften gegen die Marktmacht des Handels anzugehen. Normalerweise profitierten alle in einer Handelskette, wenn Preise durch Knappheit stiegen, sagte sie der FTD. In Deutschland gebe es aber durch die Konzentration im Handel eine große Marktmacht. "Die Erzeuger können sich aber zusammenschließen, um ihre Marktmacht zu bündeln", sagte die Ministerin.
Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und ...   Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner
Die besonders niedrigen Lebensmittelpreise gelten in Deutschland als Ursache für zahlreiche Probleme: dass Landwirte und Futtermittelhersteller zu verbotenen Zusatzmitteln greifen, wie im aktuellen Dioxin-Skandal, aber auch eine geringe Wertschätzung von Lebensmitteln sowie eine entsprechende Wegwerfmentalität. Weil der Handel die Marktbedingungen bestimmt, ist auch ungewiss, ob die deutschen Landwirte von den rasant steigenden Agrarrohstoffpreisen auf dem Weltmarkt profitieren, während die Verbraucher höhere Preise zu spüren bekommen.
Der drastische Anstieg der Lebensmittelpreise ist...

 

Der drastische Anstieg der Lebensmittelpreise ist...

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Aigner nannte als Beispiel für mögliche Erzeugergemeinschaften die Milchwirtschaft. Auf nationaler Ebene sei es erlaubt, dass bis zu 33 Prozent der Erzeuger eine Gemeinschaft bilden. "Wenn sich in Deutschland 33 Prozent der Milcherzeuger zusammenschlössen, dann wäre das ein Gegenpol." Zwar sind 70 Prozent der Milchbauern über genossenschaftliche Molkereien gebunden. Aber die Preisvorgaben machen auch hier nicht die Landwirte, sondern wiederum der Handel.
Auch für den Verbraucher sieht Aigner Handlungsspielraum. Wenn nur die ganz günstigen Lebensmittel gekauft würden, dann wirke sich das auch auf die Anbaustruktur aus, erklärte die Ministerin. Wenn regionale Märkte aber einen ausreichenden Absatzmarkt hätten, wirke sich das auf den Anbau aus.
"Da kann ein einzelner Verbraucher auch Schwerpunkte setzen, indem er regionale Produkte kauft", betonte Aigner, die auch Verbraucherministerin ist. "Ich kann ja an bestimmten Regalen vorbeigehen und gezielt regionale Waren kaufen - da weiß ich, das bleibt in der Region, und die Wertschöpfung auch."
Regulierend will Aigner zusammen mit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) in einem anderen Bereich eingreifen: Sie will den in Deutschland wachsenden Maisanbau für Biogas bremsen. Es gebe einen Zielkonflikt, wenn man nachwachsende Rohstoffe brauche, um aus anderen Energieformen auszusteigen, sagte sie.

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  • FTD.de, 28.01.2011
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