Aigner nannte als Beispiel für mögliche Erzeugergemeinschaften die Milchwirtschaft. Auf nationaler Ebene sei es erlaubt, dass bis zu 33 Prozent der Erzeuger eine Gemeinschaft bilden. "Wenn sich in Deutschland 33 Prozent der Milcherzeuger zusammenschlössen, dann wäre das ein Gegenpol." Zwar sind 70 Prozent der Milchbauern über genossenschaftliche Molkereien gebunden. Aber die Preisvorgaben machen auch hier nicht die Landwirte, sondern wiederum der Handel.
Auch für den Verbraucher sieht Aigner Handlungsspielraum. Wenn nur die ganz günstigen Lebensmittel gekauft würden, dann wirke sich das auch auf die Anbaustruktur aus, erklärte die Ministerin. Wenn regionale Märkte aber einen ausreichenden Absatzmarkt hätten, wirke sich das auf den Anbau aus.
"Da kann ein einzelner Verbraucher auch Schwerpunkte setzen, indem er regionale Produkte kauft", betonte Aigner, die auch Verbraucherministerin ist. "Ich kann ja an bestimmten Regalen vorbeigehen und gezielt regionale Waren kaufen - da weiß ich, das bleibt in der Region, und die Wertschöpfung auch."
Regulierend will Aigner zusammen mit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) in einem anderen Bereich eingreifen: Sie will den in Deutschland wachsenden Maisanbau für Biogas bremsen. Es gebe einen Zielkonflikt, wenn man nachwachsende Rohstoffe brauche, um aus anderen Energieformen auszusteigen, sagte sie.