Die Freie Universität Berlin (FU) hat dem neuen Bundesverfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen eine Honorarprofessur verweigert. Jurist Maaßen sei wegen seiner umstrittenen Rolle in der Affäre um den Bremer Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz durchgefallen. Das war bei einer vertraulichen Sitzung des Akademischen Rats am 11. Juli herausgekommen, berichtete "Spiegel Online" am Donnerstag. Das Bundesinnenministerium teilte daraufhin auf Anfrage mit, dass Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) über die Ablehnung Maaßens durch die FU bereits vor dessen Berufung am Mittwoch informiert gewesen sei.
Maaßen war bisher Unterabteilungsleiter für Terrorismusbekämpfung im Bundesinnenministerium. In seiner früheren Zeit als Referatsleiter für Ausländerrecht im Ministerium war er für die rechtliche Begründung einer Einreiseverweigerung für den in Deutschland geborenen Kurnaz zuständig, der im US-Gefangenenlager Guantanamo jahrelang unschuldig inhaftiert war.
Maaßen sei bereits seit 2001 Lehrbeauftragter an der FU gewesen, hieß es am Donnerstag aus dem Ministerium. Die Entscheidung gegen Maaßen als Honorarprofessor sei seitens der Universität allerdings sehr knapp ausgefallen. Die Ablehnung werde auch als politisches Statement einiger Professoren gesehen, sagte ein Sprecher.
Die FU wollte sich nicht öffentlich äußern. Die Bestellung eines Honorarprofessors stelle eine Personalangelegenheit dar, die im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung behandelt worden sei, sagte der Sprecher des FU-Präsidenten, am Donnerstag.