Dies sagte der Geschäftsführer der Niederlassung von Gallup in Deutschland, Gerald Wood, der "Thüringer Allgemeine". Zwar wolle Wood keine Kollegenschelte betreiben. Allerdings sehe er in der Parteinähe deutscher Umfrageinstitute doch ein "ernsthaftes Problem". Es sei aus demoskopischer Sicht sehr wichtig, "dass man da klar trennt", sagte Wood der in Erfurt erscheinenden Zeitung.
Nach ihrem Prognose-Desaster bei der Bundestagswahl sind die deutschen Meinungsforscher stark in die Kritik geraten. Der Geschäftsführer von Infratest dimap, Richard Hilmer, verteidigte dagegen am Dienstag erneut die Meinungsforscher.
"Fast eine Punktlandung"
Mit der letzten Umfrage zehn Tage vor der Wahl habe man sehr richtig gelegen, sagte Hilmer im Radio. Die Wahlprognose für das linke Lager - SPD, Grüne und Linkspartei - sei fast "eine Punktlandung" gewesen.
Auch mit der Vorhersage für das bürgerliche Lager - CDU und FDP - habe man insgesamt richtig gelegen. Falsch sei nur das Verhältnis der Stimmanteile beider Parteien gewesen. Solche Abweichungen seien aber nicht überraschend: "Mit solchen kurzfristigen Verschiebungen müssen wir in der Tat rechnen, weil es immer mehr Wähler und Wählerinnen gibt, die eben strategisch wählen."
Eine pauschale Kritik an Meinungsforschern lehnte Gallup-Forscher Wood ab. "Wir glauben, dass die Menschen noch viel mehr gehört werden müssten." Die deutschen Institute würden möglicherweise aber zu geringe und nicht ausreichend kontinuierliche Datenmengen erheben, sagte der Forscher der "Thüringer Allgemeinen". Dadurch würden "nicht alle Aspekte der Repräsentativität befolgt."