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Merken   Drucken   03.12.2005, 14:47 Schriftgröße: AAA

Gammelfleisch gelangte auch in den Einzelhandel  

Nach den Gammelfleisch-Funden in Kühlhäusern und Groß-Metzgereien sind jetzt auch im Einzelhandel verdorbene Produkte aufgetaucht: In einem Minimal-Supermarkt in Köln hat eine Mitarbeiterin verfallene Wurst umetikettiert.
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Ein Sprecher der Rewe-Handelsgruppe, zu der der Discounter Minimal gehört, bestätigte die Umetikettierung, sprach jedoch von "einen Einzelfall". Der "Kölner Stadtanzeiger" berichtete am Samstag, eine Kundin habe am Frühstückstisch bemerkt, dass das ursprüngliche Haltbarkeitsdatum für die abgepackte Ware - so genannter Flämischer Fleischkäse - bereits seit acht Tagen abgelaufen war. Die 34-Jährige benachrichtigte laut der Zeitung die Polizei und Stadtverwaltung, die das Kühlregal des Supermarktes überprüfen ließ. Die Stadt gab am Freitag keine Informationen zu den Ergebnissen der Kontrolle bekannt, wie die Zeitung weiter berichtete. Der WDR hatte bereits am Freitag berichtet, dass die Lebensmittelüberwachung weitere manipulierte Wurstverpackungen entdeckt habe. In einigen Fällen sei die Ware verdorben gewesen. Der Rewe-Sprecher sagte, es habe sich lediglich um einen einzelnen Markt und eine einzelne Mitarbeiterin gehandelt. Die Frau habe gegen sämtliche Vorschriften verstoßen. Man habe sie mit sofortiger Wirkung freigestellt. "Wir untersuchen jetzt, wie es zu dem Vorfall kommen konnte", sagte er. Die Berliner Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt machte das unübersichtliche, föderale Kontrollsystem in Deutschland für die jüngsten Fleischskandale mit verantwortlich. Die Bundesländer müssten ihre Arbeit wesentlich stärker vernetzen und gemeinsam Prüfstandards und Kontrolldichten festlegen. Verbraucher von Skandal wenig beeindruckt Der Gammelfleisch-Skandal lässt die meisten Verbraucher relativ unbeeindruckt. Nach einer TNS-Infratest-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben 77 Prozent der Bevölkerung ihren Fleischkonsum trotz der Berichte über verdorbene Waren nicht eingeschränkt. Lediglich 18 Prozent der rund 1000 Befragten gaben an, weniger Fleisch und Wurstprodukte zu essen. Fünf Prozent erklärten, generell kein Fleisch zu konsumieren. FTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.FTD Bildschirmschoner - aktuelle Nachrichten und Aktienkurse direkt auf den PC.
  • AP, 03.12.2005
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