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Merken   Drucken   26.05.2011, 12:55 Schriftgröße: AAA

Gefährlicher Darmkeim: Gurken aus Spanien sind Ehec-Träger

Tagelang lief die Suche, jetzt ist eine Quelle der gefährlichen Darmkrankheit gefunden. Deutsche Bauern ahnten es schon vorher, dass es kein norddeutsches Gemüse sein konnte.
© Bild: 2011 Philipp Gülland/DAPD
Tagelang lief die Suche, jetzt ist eine Quelle der gefährlichen Darmkrankheit gefunden. Deutsche Bauern ahnten es schon vorher, dass es kein norddeutsches Gemüse sein konnte.
Gesundheitsexperten haben eine erste Infektionsquelle für den gefährlichen Durchfallerreger Ehec nachgewiesen. Am Hamburger Hygieneinstitut sei das Bakterium an vier Salatgurken gefunden worden, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Donnerstag in der Hansestadt.
Ehec ist...

 

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Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst unklar. Alle entsprechenden Produkte würden aus dem Warensortiment genommen, sagte die Senatorin.
Die Ergebnisse sollten bei weiteren Messungen überprüft werden. "Informationen zu Herkunft und weiteren Details werden jetzt zusammengestellt."
Die Studie sei bislang nur in Hamburg erfolgt und habe nur bedingten Aussagewert für andere betroffene Orte, sagte die Senatorin. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen."
Der Deutsche Bauernverband vermutete schon vorher die Quelle des aggressiven Ehec-Darmkeims im Ausland und nicht in Norddeutschland, wie vielfach spekuliert worden war. Denn dort sind besonders viele Menschen an der Darminfektion erkrankt. Eine Mutmaßung war in dem Zusammenhang, dass Gemüse mit infizierter Gülle gedüngt wurde.
Hierzulande sei das Gemüse noch gar nicht reif, so der Bauernverband. Und im Gewächshaus würde man nicht mit Gülle düngen.
Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor festgestellt, dass viele Erkrankten rohes Gemüse gegessen hatten. Es empfahl daher zunächst den deutschen Verbrauchern gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung, vorerst keine rohen Tomaten, Salatgurken oder Blattsalate aus Norddeutschland zu essen. Diese Warnung könnte nun hinfällig sein.
Die deutschen Gemüsehändler befürchten als Folge der Ehec-Warnung massive Einnahmeausfälle. "Die Auswirkungen sind katastrophal", sagte Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes (DFHV), der Nachrichtenagentur dpa. Bereits jetzt würden Lebensmittelketten und Kantinen pauschal Ware zurückweisen. "Das ist für unsere Unternehmen ein Totalausfall."
Drei Menschen starben bislang nachweislich an den Folgen der Infektion: eine 83-Jährige in Niedersachsen und eine 89-Jährige in Schleswig-Holstein. Auch die in der Nacht zum Dienstag in einer Bremer Klinik gestorbene 24-Jährige wurde Opfer des Keims.
Krankheit grassiert vor allem im Norden
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind derzeit 214 Fälle des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) bekannt, einer schweren Folgeerkrankung durch Ehec, bei der es zu Nierenschäden kommen kann. Am Mittwoch wies die Statistik noch 140 HUS-Fälle aus. Die meisten Patienten gibt es - wie bisher - in Norddeutschland. Deutlich mehr Menschen könnten sich mit Ehec infiziert haben, ohne bisher an Symptomen zu leiden.
Auch in Dänemark wurde ein Ehec-Fall nachgewisen. Der Patient sei außer Lebensgefahr, sagte der Mediziner Lars Østergaard von der Infektionsabteilung des Hospitals in Aarhus der Nachrichtenagentur Ritzau.
  • FTD.de, 26.05.2011
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