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Merken   Drucken   28.12.2008, 12:14 Schriftgröße: AAA

Gesundheitsfonds: Millionen Versicherten drohen Zusatzkosten  

Vor allem Privatversicherte könnte es treffen: Experten rechnen nach der Einführung des Gesundheitsfonds mit Extragebühren für Millionen Bundesbürger. Die Kassen fürchten eine Pleitewelle - und sehen bis zu 100 Unternehmen vor dem Aus.
Der Bund der Versicherten (BdV) führt den Anstieg auf die Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar zurück. "Die PKV hat massive Finanzierungsprobleme", sagte BdV-Vorstand Thorsten Rudnick. Dies würden die meisten der acht Millionen Privatversicherten zu spüren bekommen. Aber auch zahlreiche gesetzlich Versicherte müssen sich auf zusätzliche Gebühren ab Mitte 2009 einstellen. "Ich rechne damit, dass dann etwa 20 Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben werden", sagte der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer.
Hecken schätzt, dass etwa sechs Prozent der Versicherten - also mehr als vier Millionen Kassenpatienten - die Extragebühr zahlen müssen. Er kritisierte die gesetzliche Deckelung des Zusatzbeitrags auf ein Prozent des Einkommens. "Wir alle wissen, dass die Begrenzung das Ergebnis eines politischen Kompromisses ist, der schon auf mittlere Sicht nicht tragen wird", sagte er dem "Spiegel". "Mittelfristig kann das System mit dieser Deckelung nicht funktionieren."
Auch Kassenverbandschefin Pfeiffer warnte wenige Tage vor dem Start des Gesundheitsfonds vor finanziellen Engpässen. "Bereits heute ist absehbar, dass der Gesundheitsfonds vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise mit einer Unterdeckung startet", sagte sie der "Frankfurter Rundschau". Gleichzeitig kritisierte sie den ab dem 1. Januar fälligen Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent, den die Bundesregierung festgelegt hat. Wären auch im kommenden Jahr die einzelnen Kassen noch in der Finanzverantwortung, könnten sie "individuell, kurzfristig und flexibel" auf Finanzprobleme reagieren.

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