Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: So wird die Gesundheitskarte aussehen
Demnach sollen Versicherte etwa ab April in Bochum-Essen, Bremen, Flensburg, Heilbronn, Ingolstadt, Löbau-Zittau, Trier und Wolfsburg erste Erfahrungen mit dem so genannten elektronischen Rezept sammeln. "Die elektronische Gesundheitskarte wird die Qualität, die Sicherheit und die Transparenz der medizinischen Versorgung verbessern", sagte Gesundheitsministerin Schmidt (SPD) am Dienstag in Berlin.
In den Testregionen sollen zunächst wenige Tausend Versicherte die Karte erhalten, die mit einem Bild ausgestattet und fälschungssicher sein soll. Danach werden die Versuche schrittweise ausgeweitet. Im Notfall könne auch der behandelnde Arzt auf die gespeicherten Daten zurückgreifen.
Kosten bis zu 2 Mrd. Euro
Auf der Karte können Notfalldaten wie die Blutgruppe und Medikamentenallergien vermerkt werden. Die Eintragungen beruhen auf Freiwilligkeit. Künftig werde ein Apotheker erkennen können, wenn sich Arzneimittel nicht miteinander vertragen, sagte Schmidt. "Das ist ein entscheidender Fortschritt für Patientinnen und Patienten. Denn jährlich sterben mehr Menschen an Arzneimittelunverträglichkeiten als im Straßenverkehr."
Die Gesundheitskarte vernetzt nach ihrer flächendeckenden Einführung die Daten der rund 80 Millionen privat und gesetzlich Versicherten, von 180.000 Arztpraxen, 21.000 Apotheken, 2200 Krankenhäusern und etwa 260 Krankenkassen. Sie soll zunächst dem elektronischen Rezept zum Durchbruch verhelfen. Die Einführung ist mit einer gigantischen EDV-Umstellung verbunden. Schmidt sprach von "einer der größten Herausforderungen für alle Beteiligten". Die Krankenkassen schätzen die Gesamtkosten für die Einführung inzwischen auf etwa 2 Mrd. Euro. Sie hoffen, dass die Ersparnis durch die neue Karte die Kosten binnen zehn Jahren gegenfinanziert.
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