Die Deutschen blicken pessimistisch wie seit 1991 nicht mehr auf die wirtschaftliche Entwicklung. Das ist das Ergebnis der monatlichen Konsumklimaumfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Der Index für die Konjunkturerwartungen büßte von minus 27,5 auf minus 30,1 Punkte ein. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. "Die von den Bundesbürgern in den vergangenen Monaten geäußerten Rezessionsängste sind inzwischen Realität", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.
Trotzdem ist die Konsumlaune der Deutschen zum Weihnachtsgeschäft erneut gestiegen. Der Konsumklimaindex legte von 1,9 Punkten auf 2,2 Punkte zu. Es bewegt sich damit immer noch auf niedrigem Niveau. "Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, schlägt sich insgesamt aber nicht auf die Konsumlaune der Verbraucher nieder", sagte Bürkl. Das könne sich aber schnell ändern, sollte die Zahl der Arbeitlosen wieder spürbar steigen.
Als wichtigste Kaufkraftstütze erwiesen sich sinkende Kraftstoff- und Energiepreise. Gleichzeitig lasse der Tarifabschluss in der Metallindustrie auf reale Einkommenserhöhungen hoffen, sagte GfK-Experte Bürkl. Die Branche hatte sich auf ein Lohnplus von 4,2 Prozent plus Einmalzahlungen geeinigt. Der Index für die Einkommenserwartung kletterte von minus 12,9 auf minus 6,9 Zähler.