Bayerns Finanzministers Georg Fahrenschon ist gegen "Denkverbote" in der Griechenland-Debatte
Bundeswirtschaftsminister Rösler hatte vor einer Woche eine geordnete Insolvenz Griechenlands zur Rettung des angeschlagenen Euro nicht mehr ausgeschlossen. "Um den Euro zu stabilisieren, darf es auch kurzfristig keine Denkverbote mehr geben", hatte er in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Die Welt" geschrieben. Als Merkel ihn indirekt dafür kritisierte, legte der FDP-Chef nach - erneut mit dem Verweis, "Denkverbote" dürfe es beim Thema Griechenland nicht geben.
Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte in der Folge argumentiert, das Thema Insolvenz werde in Wirtschaft und Wissenschaft offen diskutiert. "Es ist höchste Zeit, dass dies auch von den politisch Verantwortlichen offen ausgesprochen wird", sagte er. "Denkverbote" gefährdeten die "demokratische Akzeptanz". Dies war zugleich ein Affront gegen Merkel, die im Kabinett nach Angaben von Teilnehmern bestritten hatte, Denkverbote verhängt zu haben.
Die verheerende Niederlage der FDP bei der Berlin-Wahl wird nach Einschätzung von Merkel aber keine negative Auswirkung auf die Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung haben. "Ich glaube nicht, dass etwas schwieriger wird", sagte die Kanzlerin in Bezug auf die FDP. Sie arbeite eng mit den Liberalen zusammen, nicht nur mit Parteichef Rösler.