"Man kann nicht nur mit der Union sprechen, die Linkspartei aber aussparen", sagte Kurth der "Berliner Zeitung". Man dürfe nicht vergessen, dass die Wahl eine Mehrheit links von Union und FDP gebracht habe. "Das darf man nicht ignorieren." Es gebe durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Grünen und Linkspartei, etwa bei den Themen Mindestlohn, Gesundheitsreform und Umweltpolitik.
Konzepte der Linkspartei auf Tauglichkeit prüfen
"Ich mache mir keine Illusionen über die Widersprüchlichkeit der Linkspartei", sagte Kurth. Gespräche seien aber die Chance, "die Linkspartei inhaltlich und strategisch zu stellen". Man dürfe es der Linkspartei nicht durchgehen lassen, jede politische Verantwortung abzulehnen, zudem könne man so die Konzepte der Partei auf ihre Tauglichkeit hin abklopfen.
Der linke Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele hatte mit seinem Vorstoß einer längerfristigen Zusammenarbeit mit der Linkspartei heftigen Widerspruch der Parteispitze provoziert. Der grüne Parteinachwuchs hingegen plädiert für eine Öffnung in Richtung Linkspartei.
"Die Grünen müssen sich mittel- und langfristig eine gemeinsame Perspektive mit der Linkspartei erarbeiten", sagte der Vorstandssprecher der grünen Jugend Stephan Schilling. Zwar glaube er nicht, dass dies schon bei der jetzigen Regierungsbildung möglich sei. Spätestens bei der nächsten Wahl muss das bei den Grünen aber Thema sein. Es gebe in Deutschland eine Mehrheit links der Mitte.