FTD.de » Politik » Deutschland » Regierung zieht Konjunkturprognose vor

Merken   Drucken   13.10.2009, 16:01 Schriftgröße: AAA

Grundlage für Verhandlungen: Regierung zieht Konjunkturprognose vor  

Bevor sich Schwarz-Gelb auf gemeinsame Vorhaben einigen kann, benötigt die Koalition belastbare Zahlen. Deshalb soll die Konjunkturprognose früher als geplant erscheinen. Sie dürfte deutlich besser ausfallen als noch vor wenigen Monaten.
Die Bundesregierung will nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Dienstag ihre Konjunkturprognose früher vorlegen als bisher geplant. Die Vorhersage solle schon am Freitag präsentiert werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf Kreise der Koalitionsverhandlungen. Ursprünglich war die Veröffentlichung für den 21. Oktober vorgesehen. Die Zahlen soll als Grundlage für die am Wochenende anstehenden Koalitionsrunden genutzt werden.
Es gilt laut "Bild" als sicher, dass die Prognose deutlich besser ausfällt als die Projektion vom Frühjahr 2009. Danach rechnet die Regierung für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 4,5 Prozent. Offiziell geht Berlin bisher noch von sechs Prozent Minus aus. Am Donnerstag veröffentlichen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zudem ihr Herbstgutachten.
Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal gewachsen. "Wir halten ein Plus von bis zu ein Prozent zum Vorquartal für möglich", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier dem Blatt zufolge. Hauptgrund sei der Export. "Die Konjunkturwende kommt erstaunlich schnell und ist erstaunlich robust", wurde Treier weiter zitiert.
Vor den entscheidenden Gesprächen zwischen Union und FDP verschärften die Liberalen den Ton. "Manche in der Union haben sich innerlich leider noch immer nicht von der Finanzpolitik mit der SPD verabschiedet", sagte der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke der "Bild". Deshalb brauche "derzeit jeder unserer Schritte in die richtige Richtung die doppelte Kraft."
  • FTD.de, 13.10.2009
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