Arbeitsministerin Ursula von der Leyen
Die Reform sollte eigentlich mit dem Jahreswechsel in Kraft treten, war aber vom Bundesrat gestoppt worden. Der schwarz-gelbe Gesetzentwurf sieht eine Erhöhung des monatlichen Regelsatzes von 359 auf 364 Euro und ein Bildungspaket für Kinder vor. Der Opposition reichen die Regelungen nicht aus. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die einen Kompromiss aushandeln soll, tagt erst wieder am 7. Januar.
Die SPD-Regierungschefs Nordrhein-Westfalens und Mecklenburg-Vorpommerns, Hannelore Kraft und Erwin Sellering, fordern deutliche Nachbesserungen. "Bei diesem Gesetz hat sich die Bundesregierung die Statistik so zurechtgebogen, dass sie möglichst preiswert davon kommt", sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Kraft der Nachrichtenagentur dpa. Von der Leyen habe aus dem Gesetz "ein Monstrum mit maximalem bürokratischen Aufwand gemacht". Es erfülle weder die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts noch respektiere es die Bildungsansprüche von Kindern aus Familien mit geringem Einkommen.
Sellering forderte ebenso wie Kraft mehr Anstrengungen des Bundes in der Bildungspolitik: Alle Kinder müssten an Ganztagesschulen unterrichtet werden, und jede Schule brauche einen Sozialarbeiter. Bisher laufe manches in eine falsche Richtung - etwa das Vorhaben, Kindern aus Hartz-IV-Familien Gutscheine für Nachhilfestunden zu geben. "Das ist ein Reparaturbetrieb, der nicht nötig wäre, wenn wir eine vernünftige Ganztagsschule hätten, wo Kinder ganz individuell gefördert werden." Von der Leyen hatte eine Verknüpfung von Ganztagsunterricht mit der Hartz-IV-Reform bereits abgelehnt.