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Merken   Drucken   30.11.2010, 10:54 Schriftgröße: AAA

Herbstbelebung: Zahl der Arbeitslosen geht zurück

Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt wirkt sich weiterhin positiv auf die Beschäftigungszahlen aus. Im Westen sinkt die Zahl der Arbeitslosen doppelt so stark wie im Osten.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November weiter zurückgegangen. Saionbereinigt waren 9000 Menschen weniger arbeitslos als im Vormonat. Im Westen nahm die Erwerbslosenzahl um 6000, im Osten um 3000 ab. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl sinkt damit auf 3,144 Millionen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte: "Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu, und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt."
Der Aufwärtstrend wird sich Experten zufolge fortsetzen. "Der Arbeitsmarkt brummt", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Rund die Hälfte des Beschäftigungszuwachses komme derzeit noch von der Zeitarbeit. "In den kommenden Monaten werden aber zunehmend dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse folgen", sagte Rees. Das seien gute Nachrichten für den privaten Konsum. Er werde 2011 voraussichtlich um zwei Prozent zulegen, was für deutsche Verhältnisse sehr stark sei. "Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist fast auf einem Rekordtief, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise noch ein Rekordhoch erreicht habe", sagte Rees. Dadurch sitze das Geld bei den Verbrauchern wieder lockerer.
Andere Volkswirte hatten einen etwas stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet. "Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter hoch. Es könnte aber sein, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit dadurch gebremst wurde, dass die Firmen nicht das passende Personal finden", sagte Heinrich Bayer von der Postbank.
Eckart Tuchtfeld, Analyst der Commerzbank, sagte, dass in den kommenden Monaten witterungsbedingt mit einem Anstieg der unbereinigten Arbeitslosenzahlen zu rechnen sei, weil am Bau, in der Landwirtschaft oder in anderen saisonalen Betrieben im Winter weniger gearbeitet werde. "Unter konjunkturellen Gesichtspunkten ist das aber kein Rückschlag, und um die saisonalen Effekte bereinigt ist mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Der leichte Aufwärtstrend wird sich fortsetzen."
Für eine Fortführung des positiven Trends spricht die kräftig wachsende Wirtschaft. Die EU-Kommission traut ihr 2011 ein Plus von 2,2 Prozent zu, nach 3,7 Prozent in diesem Jahr. Mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex hat das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer im November den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.
  • FTD.de, 30.11.2010
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