Der bisherige Gesundheitsminister Philipp Rösler (l.) und sein Nachfolger Daniel Bahr
Versteckt in einem Bandwurmsatz in Paragraf 87 a Absatz 4 des neuen Versorgungsgesetzes haben Kassenexperten eine "Gelddruckmaschine" für die Mediziner unter den verbliebenen FDP-Kernwählern entdeckt. Und die funktioniert so: Bisher bekommen Ärzte nur diejenigen Behandlungen voll vergütet, die im vorgesehenen Budget bleiben. Jede Therapie, die sie darüber hinaus verschreiben, wird nur mit Abschlägen bezahlt - zur Disziplinierung.
Nach Bahrs Plänen soll dies im kommenden Jahr zunächst weiter gelten. 2013 würde dann aber die tatsächlich im Vorjahr verschriebene Menge an Behandlungen als Richtgröße zugrunde gelegt. Nur Ärzte, die wiederum diese - vermutlich größere - Menge an Therapien überschreiten, müssen mit Abschlägen rechnen.
Dies würde die Ärzte dazu ermutigen, immer mehr Behandlungen zu verschreiben. Sie könnten darauf spekulieren, dass im nächsten Jahr auch die überschüssigen Therapien voll bezahlt werden - mit dem Geld der Beitragszahler. Den Krankenkassen zufolge würde das die Honorare 2013 um rund 2,8 Mrd. Euro hochschnellen lassen - was rein rechnerisch einen Anstieg des Kassenbeitragssatzes um 0,25 Prozentpunkte zur Folge hätte. Heute fließen bereits 33 Mrd. Euro in den Vergütungstopf.