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Merken   Drucken   27.03.2009, 11:22 Schriftgröße: AAA

Honorarstreit: Ärzte werfen einander Geldgier vor  

Nicht nur in Politik Medien schlägt das Thema Wellen. Jetzt tragen die Mediziner ihren Streit über das Honorarsystem auch intern aus. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bezeichnete die jüngste Kritik als "Schlag ins Gesicht". von Maike Rademaker und Bastian Reichert (Berlin)
Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wies am Donnerstag einen Kritiker zurecht, der der Vereinigung Geldgier vorgeworfen hatte. Die Äußerungen des Vorsitzenden der bayerischen Kassenvereinigung, Axel Munte, seien ein "Schlag ins Gesicht" der Ärzte, sagte Andreas Hellmann, Chef der Vertreterversammlung. Man distanziere sich von Munte, der die größte kassenärztliche Vereinigung vertritt.
Die bayerischen und baden-württembergischen Ärzte mobilisieren seit Wochen gegen die seit Januar geltende Honorarreform. Durch die mit der Kassenärztlichen Vereinigung beschlossene Reform wurde die Bezahlung der Basisversorgung umverteilt - zum Nachteil zahlreicher süddeutscher Ärzte. Sie verlangten daraufhin von Patienten Vorauszahlungen und bestreikten zeitweise ihre Praxen.
Munte erklärte daraufhin in der "Süddeutschen Zeitung": "Unsere Organisation ist nur noch das Sinnbild des gierigen Arztes." Er schäme sich für eine Standesvertretung, "die immer nur nach mehr Geld schreit, damit sich der Patient Qualität kaufen kann". Gleichzeitig fordert der bayerische KV-Chef eine Honorarreform, bei der "die besten Ärzte das meiste Geld bekommen".
Trotz der heftigen Differenzen zeigte sich Munte mit dem Ergebnis der Versammlung vom Donnerstag teilweise zufrieden. Vereinbart worden sei, dass qualitativ bessere Maßnahmen künftig unterschiedlich gewertet und bezahlt werden sollen. "Das ist ein riesiger Fortschritt", sagte er. Weiterhin nicht zufrieden ist der KV-Chef mit der geplanten neuen Umverteilung der Honorare: "Wir haben bereits eine Art Gesundheitsfinanzausgleich zwischen den Ländern, von der die schwächeren Länder profitieren. Das soll nun verstärkt werden."
Darüber hinaus forderte die Vertreterversammlung, dass der Einfluss der Krankenkassen auf die Honorarverteilung beschnitten werden solle. Nach einer Übergangsfrist solle für alle Kassenpatienten neben dem bisherigen Verfahren zusätzlich das Prinzip der Kostenerstattung eingeführt werden. Patienten würden Behandlungen demnach selbst bezahlen und bekämen das Geld hinterher von ihrer Kasse erstattet.
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