Nach seiner Rede in der Fußgängerzone will
Erwin Huber dem Besucher aus Düsseldorf noch zeigen, warum das Motto der CSU "Näher am Menschen" heißt. Denn wirklich nah sind die Landshuter nicht gekommen, als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident
Jürgen Rüttgers und Huber per Mikrofon ihre Fußgängerzone beschallt haben. Sie haben 20 Meter Abstand gehalten und sich auf der anderen Straßenseite um eine Parkbank herum versammelt. Darum gibt Huber Rüttgers nun ein Zeichen, dann gehen die beiden langsam mitsamt ihrem Tross auf die Bürger zu, die nun auf der Parkbank bitte schön etwas von ihren Problemen erzählen sollen.
Das Wetter, zu wenig Sportunterricht, nicht genug deutsche Volkslieder im Radio: Die Probleme sind überschaubar in Landshut. Rüttgers hat Touristen aus Nordrhein-Westfalen aufgetan. Und Huber unterhält sich angeregt mit einer Familie aus Niederbayern.
Für Huber selbst sind die Probleme größer in diesen Tagen. Die vergangene Woche begann mit einer Umfrage, nach der die CSU bei der Landtagswahl am 28. September auf 49 Prozent käme. Gleichzeitig nannte Parteivize Horst Seehofer, dem viele in der Partei Ambitionen auf mehr nachsagen, per Interview 52,x Prozent als Maßstab für eine "natürliche Autorität" der Führung. Dann rutschte Ministerpräsident Günther Beckstein am Mittwoch das böse Wort raus: "50 Prozent ist die Messlatte, die wir uns setzen."
Ziel 50 plus x
Huber mag das Wort Messlatte nicht. Spricht man ihn darauf an, reagiert er so, als habe er gerade auf eine Zitrone gebissen. Jetzt nichts Falsches sagen, er könnte später daran gemessen werden. Huber sagt, an dem Ziel 50 plus x habe sich gar nichts geändert. "Dass manche das X schätzen, ist deren Sache." Seehofers 52,x seien ja "keine schlechte Schätzung". Und überhaupt sei Seehofer sehr engagiert: "ein Ass in unserem Wahlkampf".