Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 83,0 Punkten im Januar auf 82,6 Zähler, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem unveränderten oder leicht steigenden Wert gerechnet.
Die 7000 befragten Unternehmen schätzten die Lage erneut schlechter ein, bewerteten aber die Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas optimistischer. Das lasse Raum für Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte, sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf.
Der Ifo-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Im Januar war er erstmals leicht gestiegen - nachdem er zuletzt acht Monate in Folge stark gefallen war. Für eine Trendwende muss sich der Erwartungsindex aller Erfahrung nach aber dreimal in Folge verbessern. "Die seit Monaten anhaltende Verschlechterung der Geschätssituation der Unternehmen geht auch im Februar weiter", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Insgesamt deuten die Befragungsergebnisse nicht auf eine konjunkturelle Wende hin."
Auftragseingänge weiter rückläufig
In dieses Bild passen auch die jüngsten Zahlen der Statistikbehörde Eurostat: Im Euro-Raum brachen die Aufträge im Dezember um 22,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Im November hatte es mit 27,4 Prozent den stärksten Rückgang seit Beginn der Währungsunion gegeben.
Besonders die Autoindustrie sowie die Metall- und Maschinenbaubranche erhielten weniger Bestellungen, weil die starke Rezession in den Industriestaaten die Nachfrage drückt. Deutschland, wo diese drei Industriezweige traditionell sehr stark sind, verzeichnete mit 27,5 Prozent den drittstärksten Rückgang nach den Niederlanden und Spanien.