Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Januar aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 82,6 Punkten im Vormonat auf 83,0 Zähler gestiegen, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag mit. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem weiteren Rückgang auf 81 Punkte gerechnet. Der Index für die Geschäftserwartungen kletterte von 76,9 auf 79,4 Punkte.
"Eine konjunkturelle Wende kann man hieraus aber nicht ablesen", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Entsprechend schätzten die rund 7000 befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage nochmals schlechter ein als im Dezember. Der Teilindex sackte von 88,8 Zählern auf 86,8 Punkte. Erst für die kommenden Monate rechnen sie mit einer Erholung.
Ein Grund für den leichten Anstieg beim Geschäftsklima ist nach Einschätzung des Ifo-Instituts das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung. "Die Hoffnung ist, dass die Fallgeschwindigkeit nach dem starken Einbruch im Herbst nun geringer wird", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Dienstag. Das 50 Mrd. Euro umfassende Paket helfe einzelnen Branchen, vor allem dem Bau. Zudem entwickele sich der Einzelhandel derzeit stabil und stütze damit die Konjunktur.
Euro legt zu, Dax im Plus
Als Reaktion auf den Anstieg des Ifo stieg der Euro am Dienstag bis auf 1,33 $. Der Dax baute sein Plus aus und stieg um 0,7 Prozent auf 4358 Zähler. Der Bund-Future als Barometer für den Staatsanleihenmarkt notierte im Minus bei 122,16 Zählern.
"Seit langer Zeit kommt wieder ein Hoffnungsschimmer auf", sagte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Das könnte ein erstes Anzeichen sein, dass wir im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung der Konjunktur bekommen. Man muss allerdings vorsichtig sein: Das ist nur eine Zahl, und der Ifo-Index befindet sich noch immer auf sehr niedrigem Niveau."