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  24.11.2009, 13:42    

Ifo-Index und BIP-Wachstum: Gute Gründe für einen breiten Aufschwung

Kommentar Prima Stimmung, große Auslandsnachfrage und anziehende Investitionen - die Erholung der deutschen Wirtschaft straft pessimistische Prognosen Lügen. Sollte das Arbeitsmarktwunder anhalten, spricht alles für einen kräftigen Aufschwung. von Birgit Marschall 
Der Aufschwung gewinnt an Fahrt - und könnte länger andauern, als die Mehrheit der Ökonomen bisher annimmt. Das legen die November-Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zum Geschäftsklima und die Details zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal nahe. Laut Ifo-Institut sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate deutlich gestiegen. Auch die aktuelle Geschäftslage wird nun endlich von den Unternehmen als deutlich verbessert eingeschätzt.
Vor allem die Exportwirtschaft profitiert in diesen Monaten von einer anziehenden Auslandsnachfrage. Schon im dritten Quartal war sie der Gewinner. Möglich wurde die Wende nach dem Absturz der Weltwirtschaft im Winterhalbjahr durch das entschiedene Handeln der Regierungen und Notenbanken weltweit: Bankenrettungen, Konjunkturprogramme und Niedrigzinsen stabilisierten die Erwartungen der Haushalte und Unternehmen.
Noch also beruht die Erholung zum größten Teil auf diesen zeitlich begrenzten Stimulanzmitteln. Die Abwrackprämien in Deutschland und anderen wichtigen Abnehmerländern für Autos sind schon ausgelaufen. Prompt machte sich dieser Effekt im dritten Quartal negativ bemerkbar. Doch trotz der Konsumschwäche steigt die Chance, dass die derzeitige Erholung der Konjunktur in einen sich selbst tragenden, breiteren Aufschwung übergeht. So sind die Unternehmensinvestitionen bereits im dritten Quartal wieder angesprungen. Überraschend stark gestiegene Firmengewinne und deutlich gesunkene Lohnstückkosten lassen nun darauf hoffen, dass die Unternehmen in den kommenden Quartalen beginnen, wieder neue Kapazitäten aufzubauen.
Solange sich zudem das deutsche Arbeitsmarktwunder fortsetzt, dürfte der private Konsum zumindest nicht abstürzen. Die Ankündigung der Regierung, die Kurzarbeit im Jahr 2010 von sechs auf maximal 18 Monate zu verlängern, könnte helfen, den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr zu dämpfen.
Bisher jedenfalls haben sich alle Negativprognosen der Ökonomen für den Arbeitsmarkt als falsch erwiesen. Vielleicht bleibt das ja so. Dann dürfte der Aufschwung nach dem ersten Quartal 2010 noch nicht abbrechen, wie die meisten Ökonomen bislang prophezeien.
  • FTD.de, 24.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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