Vom kommenden Montag an würden die Mitglieder in den Urabstimmungen befragt, ob sie zur Verhinderung von Arbeitszeitverlängerungen zum Streik bereit seien, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag in Berlin. Bei einem entsprechenden Ergebnis der Urabstimmung könne bereits ab dem 6. Februar in Baden-Württemberg mit Streiks begonnen werden. Andere Länder würden folgen.
"Wir werden uns gegebenenfalls auch auf einen lang anhaltenden Streik einstellen", sagte Bsirske. Auch die Tarifunion des Beamtenbundes will streiken. Betroffen davon wären Krankenhäuser, Müllabfuhr, Straßenverkehrsverwaltung sowie weitere kommunale Betriebe. 1992 hatte es den bislang letzten großen Flächenstreik im öffentlichen Dienst gegeben.
Mit dem Streik will Verdi einerseits Arbeitszeitverlängerungen der Kommunen abwehren und andererseits die Länder zwingen, dem neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst beizutreten. Er gilt bislang nur für den Bund und die Kommunen. Die kommunalen Arbeitgeber in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg wollen die Arbeitszeiten für ihre Beschäftigten von 38,5 auf das Niveau in Ostdeutschland von 40 Stunden anheben.