Die Verbraucherpreise sind nach ersten Schätzungen im Juni um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Ergebnissen aus sechs Bundesländern mit. Im Mai war das Preisniveau stabil geblieben.
Experten zeigten sich von der Entwicklung überrascht: Sie hatten mit leicht sinkenden Preisen gerechnet. Viele Fachleute erwarten aber, dass die Verbraucher ab dem späten Sommer weniger für die Lebenshaltung aufwenden müssen als im Vorjahr. Das wäre der erste Rückgang der Preise seit der Wiedervereinigung.
Während Heizöl sich um bis zu 41,3 Prozent verbilligte, mussten die Bürger für Strom, Bekleidung und Pauschalreisen tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Mai stiegen die Preise um 0,4 Prozent - auch weil sich Kraftstoffe um bis zu 5,1 Prozent verteuerten.
Wegen der sinkenden Ölpreise und der Wirtschaftskrise ist die Inflation in Deutschland seit Monaten auf ein für die Verbraucher kaum noch spürbares Niveau gesunken. Im Sommer 2008 erreichte die Jahresteuerung noch ein 25-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent. Die Bundesbank geht davon aus, dass die Preise in diesem Jahr zeitweilig fallen werden. Experten von
Postbank und
UniCredit erwarten, dass dieser Fall schon im nächsten Monat eintritt.