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  G8-Gipfel FTD-Serie: G8-Gipfel in Heiligendamm

Im ältesten Seebad Deutschlands treffen sich vom 6. bis 8. Juni die Vertreter der acht wichtigsten Industrienationen. FTD Online berichtet über die Verhandlungen der G8-Lenker, die Proteste ihrer Gegner und die Geschichte des Gipfels.

Merken   Drucken   03.06.2007, 21:23 Schriftgröße: AAA

Innehalten nach der Schlacht  

Nach den schweren Ausschreitungen in Rostock mit mehr als 1000 Verletzten haben die Aufräumarbeiten begonnen - und die Suche nach den Verantwortlichen. Der Einsatzleiter der Polizei wurde bereits abgesetzt, Politiker aus Bund und Ländern weisen sich die Schuld an der Eskalation zu.
Ein Demonstrant bewirft die Polizisten mit einem Stein   Ein Demonstrant bewirft die Polizisten mit einem Stein
Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) warf Schäuble vor, der Bund habe die Länder bei der Gefahrenabwehr allein gelassen. Es habe viele ausländische Gewalttäter gegeben, die die Grenze nicht hätten ungehindert passieren dürfen. "Der Bund selbst muss sich kritisch fragen, ob sein Engagement im Rahmen des G8-Gipfels bisher ausreichend war", sagte Buttolo.
Schäuble selbst verurteilte die teils bürgerkriegsähnlichen Schlachten in Rostock. "Die schockierenden Ausbrüche brutaler Gewalt sind entsetzlich und werden von der Bundesregierung verurteilt", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Berlin. "Die Prognosen der Polizei zu möglichen Gewaltausschreitungen waren leider sehr zutreffend." Es gebe keinen Zweifel, dass der Schutz der friedlichen Versammlungen und des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Industrienationen kommende Woche in Heiligendamm höchste Priorität haben müssten.
Einsatzleiter abgesetzt
In einem ungewöhnlichen Schritt wurde am Samstag der Einsatzleiter der Polizei noch während der Ausschreitungen abgesetzt. Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete, dass der bayrische Einsatzleiter von einem Berliner Kollegen mit viel Erfahrung mit gewalttätigen Protesten ausgetauscht worden sei. "Das ist ein fast einmaliger Vorgang", sagte ein Beamter der Zeitung.
Ein hochrangiger Sicherheitsexperte sagte, es sei ein Fehler gewesen, in einem polizeitaktisch so unerfahrenen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern den G-8-Gipfel zu veranstalten. "Die wissen doch kaum, wie man mit rechter oder linker Randale umgeht und dann müssen sie auch noch eine zusammengewürfelte Polizeimannschaft führen", zitierte das Blatt den ungenannten Experten.
Die Polizei zählte am Sonntag 433 Verletzte, 30 von ihnen schwer. Auf Seiten der Demonstranten wurden nach Angaben der Veranstalter mindestens 520 Personen verletzt, davon 20 schwer. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Manfred Stenner vom Aktionsbündnis am Sonntag. Die Polizei habe sich an ihren Kurs der Deeskalation gehalten.
Nach den Zusammenstößen vermummter Autonomer mit der Polizei am Samstagnachmittag und am Abend war erst in der Nacht wieder Ruhe eingekehrt. Die Polizei sprach von 125 Festnahmen, der anwaltliche Notdienst, der sich um Protest-Teilnehmer kümmert, von mindestens 165. An den Krawallen waren nach Erkenntnissen der Polizei viele Ausländer beteiligt.

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  • FTD.de, 03.06.2007
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