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Merken   Drucken   13.03.2009, 15:42 Schriftgröße: AAA

Innenminister Rech im Interview: "Das Waffenrecht ist scharf genug"  

"Die Ermittler wurden von der Aktualität eingeholt", verteidigt Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech die Ermittlungspanne beim Amoklauf von Winnenden. Im "Stern"-Interview spricht er über die Psyche des Täters, das Waffenrecht in Deutschland und erste Ergebnisse aus der Vernehmung der Eltern.
Herr Minister, sind Sie den Antworten nach dem Wie und Warum des Amoklauf von Winnenden, des zweiblutigsten der Nachkriegsgeschichte, näher gekommen? Die Fragen nach dem Wie sind weithin beantwortet, bei der Frage nach Warum ist vieles noch unklar.
Es scheint allerdings eine schwere Panne gegeben zu haben. Die Bekanntgabe, dass Tim K. seinen Amoklauf im Internet angekündigt habe, war offensichtlich falsch. Wir haben gestern nur den aktuellen Stand der Ermittlungen mitgeteilt. Ermittlungen sind, während sie laufen, immer Momentaufnahmen. Insofern wurden die Ermittler von der Aktualität eingeholt.
Wie sehen Sie die Persönlichkeit des Täters inzwischen? Mit dem, was wir in seinem Zimmer gefunden haben, was seine Eltern und die Lehrer über ihn sagen, gewinnen wir das Bild eines sehr zurück gezogenen jungen Mannes, der auch schon einmal in psychiatrischer Behandlung war wegen Depressionen, der offenbar Probleme hatte, soziale Kontakte aufzubauen.
Die Behandlung wegen seiner Depressionen ist abgebrochen worden. Weshalb? Hat man die Eltern danach gefragt? Das ist ungeklärt. Bei der Durchsuchung seines Zimmers wurde eine Bescheinigung im Blick auf seine Wehrtauglichkeit gefunden. Darin steht, dass er sich schon seit dem Jahr 2008 in psychiatrischer Behandlung befinde wegen Depressionen. Wir wissen dazu, dass er deswegen in einer Klinik in der Nähe von Heilbronn stationär behandelt worden ist. Diese Therapie sollte er beim psychiatrischen Krankenhaus in Winnenden fortsetzen. Das geschah nicht, weshalb, wissen wir noch nicht.

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