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01.02.2012, 11:37
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Inspiration aus Frankreich:
Die Fortbildung des Monsieur Gabriel
Der SPD-Chef hat sich bei Frankreichs Präsidentschaftskandidat Hollande viel abgeschaut. Auch den Umgang mit dem Gegner.
von Jens Tartler Potsdam
und Friederike von Tiesenhausen Berlin
In die Nähe des Plagiats sollte man als deutscher Politiker nie geraten. So sagt Sigmar Gabriel am Montag auch nicht, dass er bei François Hollande abgekupfert hat - selbst wenn die Parallelen in der Argumentation zwischen dem deutschen SPD-Chef und dem französischen Präsidentschaftskandidaten der Sozialisten unübersehbar sind. "Ich lasse mich immer von Frankreich inspirieren", sagt Gabriel zum Abschluss der zweitägigen Klausurtagung seiner Partei in Potsdam.
SPD-Chef Sigmar Gabriel
Ein Wahlkampf gegen die Finanzmärkte und für die Gerechtigkeit, gegen ausbeuterische Löhne und für öffentliche Investitionen - Gabriel hat viel gemeinsam mit Hollande. Auch dass sie nur versprechen wollen, was sie auch halten können.
Der SPD-Chef versucht, die Parallelen kleinzureden. Man sei halt permanent im Austausch miteinander, sagt er. Beim Parteitag der Sozialdemokraten Anfang Dezember habe Hollande eine große Rede gehalten, und demnächst werde er, Gabriel, in Frankreich Wahlkampf für den Genossen machen. "Die Probleme in Frankreich sind die gleichen", sagt Gabriel, "nur dass bei uns das Niveau etwas höher ist."
François Hollande führt in Umfragen vor Amtsinhaber Sarkozy
Hollande hat als eigentlichen Gegner nicht Präsident Nicolas Sarkozy ausgemacht, sondern den entfesselten Finanzkapitalismus. Und Gabriel sagt: "Es geht nicht um einen Wahlkampf gegen die Kanzlerin Merkel." Das hat auch den Vorteil, dass er noch nicht über die Kanzlerkandidatenfrage reden muss, die die SPD erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen Anfang 2013 entscheiden will.
Gabriel und seine Genossen haben auch bei ihrer Klausurtagung keine Lösung gefunden, wie sie die Kanzlerin packen können. Trotz aller Sorgen um den Euro liegt die CDU in den Umfragen mit mindestens sechs Punkten Vorsprung vor der SPD. Im direkten Vergleich würde Angela Merkel sowohl Gabriel als auch Frank-Walter Steinmeier oder Peer Steinbrück klar schlagen. So antwortet Gabriel auf die Frage, wie die SPD mit den persönlichen Umfragewerten der Kanzlerin umgehe, ziemlich knapp: "Gar nicht."
Teil 2: Verhältnis zu den Grünen bleibt unklar
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FTD.de, 01.02.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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