Vom Diebstahl persönlicher Daten sei nicht nur das Online-Banking betroffen. "Im Endeffekt sind die Täter an allen Arten von Zugangssoftware interessiert, mit denen sie letztlich zulasten Dritter und zum eigenen Vorteil Verfügungen vornehmen können", sagte Ziercke. Als Beispiel nannte er die Ausspähung der Passwörter von Google-Mail-Kunden Anfang Juni, die gestohlenen Daten von 1,2 Millionen Gewinnspiel-Teilnehmern bei Neckermann sowie die fünf Millionen Deutschen, deren Informationen zu den insgesamt 90 bis 100 Millionen gestohlenen Datensätzen bei Sonys Playstation gehörten.
"Es wird verstärkt in soziale Netzwerke eingedrungen - hier werden die Accounts übernommen und hier wird dann auch Schadsoftware verteilt", sagte Ziercke. Das Bundeskriminalamt gehe davon aus, dass über 50 Prozent der Zugriffe auf Phishing-Seiten aus sozialen Netzwerken kommen.
Zudem gaukle sogenannte Scareware dem Computer-Nutzer vor, sein Rechner sei mit Schadsoftware infiziert, und biete für 40 oder 50 Dollar ein Programm dagegen zum Kauf an. "Was der Kunde nicht weiß: Das installierte Tool, mit dessen Hilfe er Gefahren für seinen Rechner abwenden wollte, bringt stattdessen Schadsoftware auf seinen Rechner. Seine Kreditkartendaten sind jetzt in fremden Händen und sein Rechner ist ab sofort Teil eines weltweiten kriminellen Botnetzes", sagte Ziercke. Betreiber illegaler Botnetze kapern fremde Computer ohne Wissen der Besitzer und nutzen die Kapazitäten, um fremde Webseiten anzugreifen und lahmzulegen.