FTD.de » Politik » Deutschland » "Kernforschung erhalten"

Merken   Drucken   09.10.2006, 21:25 Schriftgröße: AAA

Interview: "Kernforschung erhalten"  

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will den Verlust von Kompetenz in der Atomforschung in Deutschland aufhalten. Die Beteiligung an technologischer Entwicklung müsse sichergestellt sein. von Friederike v. Tiesenhausen
FTD Ist Atomtechnologie noch eine deutsche Zukunftstechnologie?
Annette Schavan Es darf keine Option außen vor bleiben. Wir werden Kompetenz im Bereich der Kerntechnologie wieder aufbauen müssen. Bei der Frage der Reaktorsicherheit ist jetzt das erste Programm für den Aufbau des wissenschaftlichen Nachwuchses zwischen Umweltministerium und uns vereinbart.
FTD Das Kabinett ist sich in dieser Frage aber doch uneinig?
Schavan Erstens: Der Ausstiegsbeschluss sagt, dass noch 20 Jahre Kernkraftwerke im Betrieb sein sollen. Wir brauchen also Fachleute und Sicherheit für 20 Jahre. Deswegen finde ich es aberwitzig, dass in den letzten Jahren Kompetenz verloren gegangen ist.
Zweitens: Ich sage, dass die Atomenergie im Kontext mit anderen eine Rolle spielen wird. Es kann nicht sein, dass wir als drittgrößte Industrienation in einigen Jahren keine Fachleute mehr haben, die bewerten können, was weltweit in dieser Technologie geschieht.
Drittens: Weltweit sind wir führend in der Fusionsforschung, die möglicherweise in 30 oder 40 Jahren einen wichtigen Baustein darstellen wird. Man kann ja Entscheidungen wie den Ausstiegsbeschluss treffen, aber ich kann unmöglich damit Schluss machen, beteiligt zu sein an technologischer Entwicklung. Das halte ich schlicht für nicht akzeptabel. Ich werde auch weiter Vorschläge machen, wie wir Kompetenzen erhalten können.
FTD Können Sie das allein?
Schavan Ich bemühe mich um Konsens. Aber klar muss auch sein, dass Forschungspolitik hier agieren können muss.
FTD Wie klappt die Arbeit mit Umweltminister Sigmar Gabriel?
Schavan Es gibt Dinge, da kommen wir gut zusammen - das Programm für Reaktorsicherheit zum Beispiel. Natürlich steht Atomenergie nicht im Zentrum der Energieforschung. Ebenso bedeutsam sind etwa Wege zu mehr Energieeffizienz.
  • Aus der FTD vom 10.10.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Wulff-Affäre: Menschen im Hotel

    Die Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff grenzten zuletzt ans Lächerliche, die neuen tun es nicht: Sie legen den Verdacht einer Vorteilsnahme nahe. Es könnte eng werden. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
FTD-Debatte

zur FTD-Debatte

 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote