Gerhard Papke
Papke Viele unserer Wähler haben eine entschlossenere Reformpolitik von einer CDU-FDP-Regierung erwartet. Wir sind als FDP mit dem Credo angetreten, was verteilt werden soll, muss erst erwirtschaftet werden. Die FDP muss mutiger werden und ihre Handschrift im Regierungshandeln sichtbarer machen. Das ist nun die wichtigste Aufgabe der Parteiführung.
FTD Glauben Sie denn, dass die Partei für diese Durchsetzungskraft die richtigen Leute auf der Regierungsbank sitzen hat?
Papke Ich werde jetzt auf keinen Fall eine Führungsdebatte vom Zaun brechen. Wir müssen vor allem Vertrauen zurückgewinnen. Das geht nur durch deutlich mehr Ergebnisorientierung in der Bundesregierung. Nehmen Sie zum Beispiel das Thema Steuervereinfachung: Wir haben es uns bis jetzt gefallen lassen, dass der Finanzminister - mit offensichtlicher Billigung der Kanzlerin - alles blockiert, was die FDP zu diesem wichtigen Thema vorgeschlagen hat. Damit können wir nicht zufrieden sein. Wir brauchen klarere Kante gegenüber der Union. Und das ist vor allem Aufgabe des Parteichefs und Vizekanzlers.
FTD Lindner hatte unter anderem versucht, die FDP zur Bildungspartei zu machen. Welche Themen sollen die Liberalen jetzt besetzen?