Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach
Eigentlich sollte über die Krise gesprochen werden, und welche Chance sie zur Veränderung bietet. Doch in ihrem Anfangsplädoyer machte die Mitinitiatorin der CDU, Ingrid Fischbach, gleich klar: Sie erhoffe sich, mit drei bis vier Punkten aus der Diskussion zu gehen, die man auch ins Parlament bringen könne. "Es gibt viele Dinge, die wir nicht durch die Parteibrille sehen dürfen", sagte sie. Gastrednerin Petra Ledendecker, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen hielt eine flammende Rede zur Frauenquote. Gleich 1000 Frauen wisse sie, die für Vorstandposten bereitstünden. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, rief dazu auf, gleich den gesamten Arbeitsmarkt von Grund auf neu zu strukturieren.
Für die Frauen in der Unions-Fraktion Balsam auf die geschundene Seele: Seit Monaten ringt die Vorsitzende der Frauengruppe, Rita Pawelski, hinter den Kulissen mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder um die Quote. Doch Kauder wiegelt bislang ab: In Zeiten von Energiewende,
Euro -Krise und Mindestlohn hat der Fraktionschef alle Hände voll damit zu tun, seine Abgeordneten insgesamt zusammenzuhalten und eine Spaltung zwischen Wirtschafts- und Sozialflügel zu verhindern. Einen offenen Streit über die Frauenquote kann er dazwischen nicht gebrauchen, so hat er es auch den Frauen erklärt. Doch die bleiben hartnäckig - aus der Euro-Krise haben sie für sich gelernt: Die Kräfte sammeln, auch über die Parteigrenzen hinweg - und die geballte Frauenpower dann mit einer medienwirksamen Offensive noch verstärken. Hebeln heißt das in der Euro-Krisen-Sprache.
Das wollen sie nun also mit Oppositionsfrauen wie Ekin Deligöz von den Grünen und der Sozialdemokratin Dagmar Ziegler machen. Die wittern ihre Chance. Selten haben sich Unionsfrauen so stark gegenüber ihren Parteioberen widersetzt. Die Diskussion am Mittwoch sollte daher nur der Anfang sein. Am 15. Dezember wollen sie gemeinsam eine sogenannte "Berliner Erklärung" herausgeben. Frauen aus allen Bereichen sollen unterzeichnen. "Wir wollen ein gesellschaftliches Bündnis eingehen, durch die Masse einen gesellschaftlichen Wandel erreichen", sagt Deligöz.