FTD.de » Politik » Deutschland » SPD braucht Programm statt Personality

Merken   Drucken   25.10.2011, 14:38 Schriftgröße: AAA

Kanzelerkandidat: SPD braucht Programm statt Personality

Den Sozialdemokraten hilft das Kandidatentheater von Peer Steinbrück und Helmut Schmidt nicht weiter. Die Partei muss Lösungen entwickeln und in der Krise Alternativen anbieten.
© Bild: 2011 dapd/Michael Gottschalk
Kommentar Den Sozialdemokraten hilft das Kandidatentheater von Peer Steinbrück und Helmut Schmidt nicht weiter. Die Partei muss Lösungen entwickeln und in der Krise Alternativen anbieten. von Sascha Vogt
Peer Steinbrück will Kanzler werden. An der SPD vorbei versucht er Fakten zu schaffen. Zu Recht hat der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung nicht vor Ende 2012 ansteht. Steinbrücks Buch-Promo-Tour mit Altkanzler Helmut Schmidt und angeschlossener Kanzlerkandidatur ist durchsichtig und überflüssig. Die SPD braucht ein Programm, eine klare Linie und dazu den passenden Kandidaten.
Retter des Sparbuchs: Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister ...   Retter des Sparbuchs: Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück 2008
Es war Steinbrück, der bereits im Frühjahr in einem Radiointerview seinen Hut in den Ring warf. Der Vorwurf an seine Kritiker, sie würden die Debatte zu einem schlechten Zeitpunkt führen, fällt auf ihn zurück.
Es ist Augenwischerei, wenn von einer ausschließlichen Medienkampagne gesprochen wird. Jeder, der weiß, wie solche Debatten funktionieren, weiß auch, wie man sie beenden kann. Indem man einfach darauf verweist, dass diese Entscheidung jetzt nicht ansteht.
Wer soll SPD-Kanzlerkandidat werden?

 

Wer soll SPD-Kanzlerkandidat werden?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Die jetzige Kampagne ist der Gipfel dieser Entwicklung. Steinbrück und Schmidt wissen, wie man Schlagzeilen macht. Wären sie auf die Titelseite des "Spiegel" gekommen, hätte sich der Altkanzler in der K-Frage nicht geäußert? Wohl kaum. Und provozieren sie damit nicht genau die Reaktionen der Menschen, die einer Kandidatur nicht uneingeschränkt positiv gegenüberstehen? Natürlich. Und schon ist die SPD mitten in einer Debatte, die ich über Monate hinweg immer wieder für zu diesem Zeitpunkt überflüssig gehalten habe und noch halte.
Programm statt Kandidat
Will die SPD Vertrauen zurückgewinnen, braucht sie nicht nur starke Führungspersönlichkeiten, sondern zuallererst ein glaubwürdiges sozialdemokratisches Programm. Alle Wahlanalysen zeigen, dass die SPD eher aus programmatischen als aus personellen Gründen gewählt wird. Und dabei vor allem aus einem Grund: Die SPD muss die Partei sein, die für soziale Gerechtigkeit sorgt. Das schließt andere Themen beileibe nicht aus, es macht nur eine Fokussierung notwendig.
Von den Anhängern Steinbrücks wird derzeit vor allem ein Grund für eine mögliche Kandidatur genannt: seine Rolle in der Finanzkrise. Und es mag ja tatsächlich sein, dass er in diesem Themenfeld hohes Ansehen in der Bevölkerung genießt. Das ist beim chaotischen Zustand der Regierung auch kein Wunder. Es bleiben aber zwei Fragen offen. Erstens bleibt zu befürchten, dass die Regierung bis 2013 durchhalten wird. Wird die Finanzkrise dann immer noch das dominante Thema sein? Das spricht zumindest für eine spätere Entscheidung. Und zweitens würde von den Medien irgendwann auch die Rolle Steinbrücks in der Finanzkrise kritisch hinterfragt.

Teil 2: Auf welche Fragen die SPD eine Antwort haben muss

  • FTD.de, 25.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 01.11.2011 00:44:08 Uhr   Hans Kilian: Zukunft der SPD

    Vorschlag für aktuelles “Berliner Parteiprogramm“ für die SPD

    INNENPOLITIK

    Innenpolitisch müssen endlich die großen Reformvorhaben angegangen werden. Das ist Steinbrücks wichtigste Aufgabe:

    -- Solides Wirtschaften im globalen Wettbewerb bei einer wettbewerbs- verträglichen Staatsquote von maximal 30% -und nicht 52% wie heute in der BRD - mit konsequentem und gezieltem Abbau der Staatsverschuldungen.
    -- Verwaltungs- Strukturreformen durch Beschränkung auf das Notwendige, keine Parallelverwaltungen in EU, Bund, Ländern, Kreisen und Gemeinden (“Überverwalteter Staat“).
    -- Reduzierung der “Berufs-Schwätzer“ in allen Volksvertretungen auf die Hälfte (Bundestag und Länder).
    -- Entrümpelung und klare Neustrukturierung der aufgeblähten Steuergesetzgebung (Modell Kirchhoff).
    -- Privatisierung aller Dienstleistungen des Staates durch Abbau von ca. 50% der überflüssigen Staatsbediensteten, da können mindestens 70 Milliarden EURO eingespart werden (!), heute zahlen wir ca. 150 Milliarden EURO jährlich für die öffentlich Bediensteten, die zur Hälfte “defacto Edel-Hartz-4-Empfänger“ sind (ca. 10facher H4-Satz !)

    -- Einführung einer breiten Basisdemokratie, die den Anteil der Staatsbediensteten in der Politik (heute über 60%) auf ihren realen Anteil an der Bevölkerung (künftig ca. 4%) begrenzt.

    Nach Durchführung dieser überfälligen Reformen in der BRD stehen die Ausgaben wieder in einem gesunden Verhältnis zu den Einnahmen und Staatsschulden können endlich abgebaut werden.

    AUSSENPOLITIK

    Für mehr Glaubwürdigkeit ist die umgehende Neuverhandlung der EU-Verträge notwendig, da die aktuellen Verträge völlig unbrauchbar sind: keine Ausschluss-Klausel für unsolide Wirtschaftssysteme wie die PIIGS, keine Rechtsfolgen für Betrüger, die mit falschen Haushaltszahlen den Rest der EU wie Griechenland belügen, keine klaren Kompetenzen, keine gemeinsame politische Handlungsstrategie gegenüber dem Rest der Welt.
    In dieser Form ist die EU-alt nicht zu retten. Je rascher eine von den aktuellen Fehlern befreite Neugründung der EU stattfindet, umso höher stehen die Chancen, daß die EU-neu auch ein Erfolgsmodell werden kann.
    D tritt aus der heutigen verkorksten EU mit den faulen EU-Verträgen aus und macht mit Frankreich einen Reset der EU:

    Gründung der neuen Kern-EU der starken Länder D, F, Benelux. Diese bilden die USE und schaffen den neuen USE- Dollar. In Brüssel entsteht die gemeinsame Regierung für ca. 200 Mio. Menschen. Nach Bewährung des Systems USE sehen wir weiter, welche Länder zu uns passen.

    Es führt kein Weg am Europa der "Zwei- bis Drei- Geschwindigkeiten" vorbei.....Die wankelmütige Wetterhex mit ihrer verfehlten EU- Politik muß nun endlich weg!

  • 31.10.2011 11:36:54 Uhr   Indigo: Lieber Norbert
  • 30.10.2011 15:52:30 Uhr   Norbert: Nix begriffen (@ Indigo)
  • 28.10.2011 17:07:11 Uhr   Indigo: Mein Gott Jungs
  • 28.10.2011 11:03:31 Uhr   surveyor: Handlungsbedarf der SPD
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote