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03.03.2009, 19:38
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KfW-Investbarometer:
Investitionen im freien Fall
Die Investitionen der deutschen Unternehmen werden nach einer neuen Prognose der staatlichen Förderbank KfW im laufenden Jahr so stark einbrechen wie nie seit Beginn der Datenerhebung 1991. Bei den Firmen hakt auch die Finanzierung.
von Martin Kaelble und Birgit Marschall (Berlin)
In der exklusiv für die FTD berechneten Vorhersage erwartet die KfW Bankengruppe, dass die Unternehmen ihre Investitionen 2009 um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr kürzen. Am stärksten werde das Investitionsvolumen im laufenden ersten Quartal zurückgehen, im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent. Blieben Konsum und Auslandsnachfrage schwach, werde sich der Sinkflug bei den Investitionen fortsetzen, erklärten die KfW-Volkswirte.
Die Investitionen deutscher Unternehmen waren nach Jahren kräftiger Expansion bereits im vierten Quartal 2008 stark eingebrochen - um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dank starker Investitionen zu Jahresbeginn konnte im Gesamtjahr 2008 jedoch noch ein deutlicher Anstieg um 5,3 Prozent verbucht werden.
Düsterer Ausblick
Durch die schlechten Investitionsaussichten verändert sich nun auch der Ausblick auf die gesamte Wirtschaftsleistung in Deutschland. Die Volkswirte der früheren Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) setzten ihre Prognose für 2009 von minus 0,7 auf minus vier Prozent herunter. Sie sind damit pessimistischer als die meisten anderen Ökonomen (siehe Grafik).
Allerdings könnten andere Institute demnächst folgen. "Der von der KfW prognostizierte Einbruch der Investitionen in diesem Jahr klingt plausibel", sagte Joachim Scheide, Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft Kiel. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet mit einem zweistelligen Rückgang der Investitionen. Beide Institute veröffentlichen kommende Woche aktualisierte Konjunkturprognosen.
Unternehmen scheuen zunehmend risikoreiche Investitionen wie das umstrittene Hamburger Kraftwerk Moorburg
Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet im laufenden Jahr keine konjunkturelle Wende mehr. Erst Anfang 2010 werde es eine "Bodenbildung" geben und wieder leicht aufwärtsgehen, sagte Gustav Horn, Chef des IMK. "Jetzt rächt sich, dass wir so stark exportabhängig sind und unsere Binnennachfrage so schwach ist." Deutsche Wirtschaftspolitik müsse künftig darauf abzielen, die Inlandsnachfrage zu stärken.
Die weggebrochene globale Nachfrage sei Hauptursache für die Abwärtsdynamik bei den Investitionen gewesen, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Auch der im Vergleich zu den letzten beiden Jahren sehr kalte Winter dürfte nach Ansicht der KfW die Investitionen vor allem in der Baubranche deutlich reduzieren. Die starke Verunsicherung der deutschen Firmen tue ihr Übriges: "Die Finanzmarktkrise erhöht die Unsicherheit und erschwert die Finanzierungsmöglichkeiten zusätzlich", sagte Irsch. Das schränkt laut KfW besonders die Bereitschaft zu großen, risikoreichen Investitionen ein.
Teil 2: Schlechtere Finanzierungsbedingungen
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Aus der FTD vom 04.03.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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