Wir schließen aus, dass wir solch einen Wahlkampf noch einmal erleben wollen. Einen Wahlkampf, in dem es Kanzlerin und ihre Partei fertigbringen, ohne konkrete Aussagen um unsere Stimmen zu buhlen. Über was sollten wir denn abstimmen? Über die Frisur von Frau Merkel?
Wir schließen aus, dass wir noch einmal einen Wahlkampf erleben wollen, in dem FDP, Grüne und Linkspartei uns mit so offensichtlich unbezahlbaren Wahlkampfgeschenken zu bestechen versuchen, sei es mit Steuererleichterungen, sei es mit exorbitanten Erhöhungen der Sozialleistungen. Herr Westerwelle, Herr Trittin, Herr Lafontaine, glauben Sie ernsthaft, wir seien schon so verblödet, dass wir nicht einmal mehr die Grundrechenarten beherrschen?
Wir schließen aus, dass wir noch einmal von einem "Deutschlandplan" hören wollen, in dem uns ein SPD-Kanzlerkandidat verheißt, vier Millionen neue Arbeitsplätze aus dem Boden zu stampfen. Glauben Sie, Herr Steinmeier, wir hätten schon die Binsenweisheit vergessen, dass die Politik nur Rahmenbedingungen schaffen kann, nicht aber Arbeitsplätze? Die schafft bekanntermaßen die Wirtschaft.
Wir schließen aus, dass wir noch einmal in einem Wahlkampf dermaßen für blöd verkauft werden wollen.
Vor allem aber schließen wir aus, dass wir noch einmal eine Ausschließeritis erleben wollen wie in diesem Jahr. Denn das, was wir erlebt haben, ist die beste Garantie dafür, dass uns a) allergrößter Parteien- und Politikerverdruss befällt und b) dieses Land unregierbar wird.
Steinmeiers Schizophrenie
Fassen wir zusammen: Die FDP hat ausgeschlossen, mit SPD und Grünen eine Ampelkoalition zu bilden. Die Grünen wiederum haben per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen, sich mit Union und FDP auf ein Jamaikabündnis einzulassen. Die SPD wiederum hat ausgeschlossen, mit der Linkspartei zu koalieren, was Rot-Rot-Grün unmöglich machte. Und die Linkspartei schließt aus, dass sie überhaupt konstruktiv die Geschicke dieses Landes steuern, sprich sich an einer Regierungskoalition beteiligen will. Geht's noch?