Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!
Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.
Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.
Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.
Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.
Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de"Lohnnebenkosten". Glosse hin, Glosse her.
Die Kostenrechnung kennt nur Kosten und Aufwand. Die Verwendung des agitatorisch verwendeten Wortungetüm dokumentiert nur eine bestimmte Gesinnung oder schlicht nur fachliche Defizite. Agitation liegt vor, wenn unter Weglassung von Bezugsgrössen gearbeitet wird. Bezugsgrösse Mensch weggelassen, und schon haben Störche was mit dem Kinderkriegen zu tun.
Zur Agitation gehört es auch nur eine Seite zu sehen. Diese Kosten finanzieren die AVersicherung, die Krankenversicherung, die Rente. Wer sich einseitig agitatorisch verhält, der verneint die solidarische Finanzierung der Sozialsysteme.
Die angebliche "Belastung" dürfte betriebswirtschaftlich kaum eine ertragsmindernde Größe darstellen, da sie schlicht auf die Preise umgelegt wird, so dass sich die ganze "Lohnnebenkosten-Diskussion" als Täuschungsmanöver für die Öffentlichkeit entpuppt. Das "Wettbewerbsargument" ist, zumindest auf binnenwirtschaftlicher Ebene, schlicht absurd, weil alle Unternehmen im Lande bekanntlich die gleichen Lohnbelastungen tragen, und es daher gar keine Wettbewerbsvor- oder -nachteile gibt. Wo liegt das Problem für die Wirtschaft, wenn ein Betrieb z.B. durch die Rentenbeitragserhöhung pro 100 EUR Gesamt-Betriebskosten allenfalls etwa 2 Cent mehr an "Lohnnebenkosten" aufzubringen hat (GuV Volkswagen AG 2001 Gesamt: 75 Mrd. €; Personalaufwand 13,2 Mrd. €; RV 1,02 Mrd. €). Es ist Unsinn zu behaupten, jemand könne sich einen Handwerker mit 40,- EUR Werkstattlohn nicht leisten, würde dieses aber dann tun können, wenn sich die Betriebsstunde durch Verringerung des Sozialbeitrags des Arbeitgebers von angenommen 40,- EUR auf 38,50 EUR verbilligte. Es ist eine haltlose Phrase, dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden müssten, damit "Arbeit wieder bezahlbar" würde, indem man den Arbeitnehmern die soziale Sicherung im Solidarverbund zu zerschlagen beabsichtigt, um sie danach privat (aus dem Nettoeinkommen) in "Eigenverantwortung" finanzieren zu lassen. VW hätte nur rund 2,6 Mrd. € Kosten"Vorteil". Die mgl. Gewinnerhöhung sind betreibswirtschaftlich aber ebenfalls Kosten. Wettbewerbsvorteil binnenwirtschaftlich ist Null, s. o.! Wachstumschub (Nutto), wegen der Systematik, = Null!
"Doch all das interessiert weder die FDP [/CDU ua.], noch Herrn Theyssen" (Thomas Müller).