FTD.de » Politik » Deutschland » Andreas Theyssen - Jetzt sparen wir mal

Merken   Drucken   17.01.2010, 18:12 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Andreas Theyssen - Jetzt sparen wir mal  

Im Mai verrät uns die Regierung, welche Ausgaben sie senken will. Da kommt wohl einiges auf uns zu. Wir haben auch ein paar Vorschläge. von Andreas Theyssen 
Im Bundesfinanzministerium rauchen gerade die Köpfe, sogar noch mehr als sonst. Der Bundeshaushalt, derzeit verunstaltet durch die höchste Nettoneuverschuldung der bundesdeutschen Geschichte, muss wieder ins Lot gebracht werden. Und da sind kreative Ideen gefragt. Es gibt sie ohne Ende. Im öffentlichen Dienst sollen massiv Stellen eingespart werden, was zur Folge hätte, dass noch weniger Schnee geräumt wird als zurzeit, wir noch länger auf unseren Steuerbescheid warten müssten, bei Behörden noch länger Schlange stehen müssten. Bei der Bundesagentur für Arbeit soll gekürzt werden, bei den Programmen des Familienministeriums. Etc. pp.

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  • Aus der FTD vom 18.01.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 20.01.2010 23:39:41 Uhr   fokus: Begriffsmanscherei

    "Lohnnebenkosten". Glosse hin, Glosse her.

    Die Kostenrechnung kennt nur Kosten und Aufwand. Die Verwendung des agitatorisch verwendeten Wortungetüm dokumentiert nur eine bestimmte Gesinnung oder schlicht nur fachliche Defizite. Agitation liegt vor, wenn unter Weglassung von Bezugsgrössen gearbeitet wird. Bezugsgrösse Mensch weggelassen, und schon haben Störche was mit dem Kinderkriegen zu tun.

    Zur Agitation gehört es auch nur eine Seite zu sehen. Diese Kosten finanzieren die AVersicherung, die Krankenversicherung, die Rente. Wer sich einseitig agitatorisch verhält, der verneint die solidarische Finanzierung der Sozialsysteme.

    Die angebliche "Belastung" dürfte betriebswirtschaftlich kaum eine ertragsmindernde Größe darstellen, da sie schlicht auf die Preise umgelegt wird, so dass sich die ganze "Lohnnebenkosten-Diskussion" als Täuschungsmanöver für die Öffentlichkeit entpuppt. Das "Wettbewerbsargument" ist, zumindest auf binnenwirtschaftlicher Ebene, schlicht absurd, weil alle Unternehmen im Lande bekanntlich die gleichen Lohnbelastungen tragen, und es daher gar keine Wettbewerbsvor- oder -nachteile gibt. Wo liegt das Problem für die Wirtschaft, wenn ein Betrieb z.B. durch die Rentenbeitragserhöhung pro 100 EUR Gesamt-Betriebskosten allenfalls etwa 2 Cent mehr an "Lohnnebenkosten" aufzubringen hat (GuV Volkswagen AG 2001 Gesamt: 75 Mrd. €; Personalaufwand 13,2 Mrd. €; RV 1,02 Mrd. €). Es ist Unsinn zu behaupten, jemand könne sich einen Handwerker mit 40,- EUR Werkstattlohn nicht leisten, würde dieses aber dann tun können, wenn sich die Betriebsstunde durch Verringerung des Sozialbeitrags des Arbeitgebers von angenommen 40,- EUR auf 38,50 EUR verbilligte. Es ist eine haltlose Phrase, dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden müssten, damit "Arbeit wieder bezahlbar" würde, indem man den Arbeitnehmern die soziale Sicherung im Solidarverbund zu zerschlagen beabsichtigt, um sie danach privat (aus dem Nettoeinkommen) in "Eigenverantwortung" finanzieren zu lassen. VW hätte nur rund 2,6 Mrd. € Kosten"Vorteil". Die mgl. Gewinnerhöhung sind betreibswirtschaftlich aber ebenfalls Kosten. Wettbewerbsvorteil binnenwirtschaftlich ist Null, s. o.! Wachstumschub (Nutto), wegen der Systematik, = Null!

    "Doch all das interessiert weder die FDP [/CDU ua.], noch Herrn Theyssen" (Thomas Müller).

  • 18.01.2010 22:05:36 Uhr   Andreas Theyssen: @Strichnid
  • 18.01.2010 18:03:11 Uhr   Thomas Müller: Abgabenproblem
  • 18.01.2010 09:25:29 Uhr   Strichnid: Kann ich auch 10 Sterne vergeben?
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