FTD.de » Politik » Deutschland » Fricke - Deutschland allein zu Haus

Merken   Drucken   16.04.2010, 07:41 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Fricke - Deutschland allein zu Haus  

Am Streit um die Hilfen für Griechenland ist vor allem eins gruselig: Er enthüllt, was für ein unvereinbares Verständnis die Deutschen und die anderen von der Krise haben. Eine Kluft, die Angst macht. von Thomas Fricke 
Es hat auch früher Momente gegeben, in denen die Deutschen wirtschaftspolitisch Kritik abbekamen. Was derzeit passiert, ist aber neu - und wird zunehmend beängstigend. Je länger die Deutschen darauf pochen, mit der globalen Krise eigentlich nichts zu tun zu haben, desto schlimmer: ob es um Hilfen für Griechenland geht oder um die Frage, ob nicht auch Exportländer zum Abbau globaler Ungleichgewichte beitragen müssten.

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  • Aus der FTD vom 16.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 09.05.2010 14:53:17 Uhr   Dr.Lindmann: Volkswirtschaftliche Alternativen

    Ein weiterer ausgezeichneter Beitrag aus der wirklich lesenswerten Artikelreihe zum Thema deutsches Export- und Wachstumsdogma!

    Anmerkung vorab (!):
    die deutsche Mär der Export-(Vize)weltmeisterschaft wird immer unzutreffend durch unterschlagene 44% der im Ausland anfallenden Wertschöpfung überbewertet!
    D.h. auf jedem zweiten Exportartikel sollte "Assembled in Germany" anstatt "Made in Germany" drauf stehen!

    Zum aktuellen Artikel kann ich Ihnen fast durchgehend nur beipflichten und hoffe die Politik hört mal ausnahmsweise auf Sie und nicht auf vertraute Untergangsseilschaften von Ackermann, Weber & Co!

    ALLERDINGS (!): bezugnehmend auf die Schlusskonklusion dieses Artikels, man solle der geschlossenen Spekulantenfront gegen Griechenland nun sofort die gegenseitige uneingeschränkte Solidarität entgegen schmettern, um den Spekulanten das Wasser abzugraben -
    hierzu habe ich eine vorrangige und weniger theoretische Ergänzung, der für den seit Jahren existentiell ausgepreßten und immer aus einer entspannt versorgten Vogelperspektive der oberen Eliten betrachteten Steuerzahler weit effizienter wäre: die sofortige Unterbindung jeglicher CDS-Wetten und Leerverkäufe.

    Weiterhin: schon mal wie in den USA bei solch gravierenden Übertretungen üblich, den Institutionen eine *hochprozentige Vermögensabschöpfung* verpassen!
    Und deren Vertretern eine *persönliche Haftstrafe* von 100.Jahren aufbrummen, der volkswirtschaftlichen existenzvernichtenden Tragweite für Millionen angebracht!
    Dies hat nichts mit „Stammtischparolen“ zu tun, sondern wäre auch einmal so kristallklar artikuliert, wie die seit Jahrzenten den Millionen Arbeitern ohne Rücksicht auf deren Existenz frech zugemuteten angeblich unabwendbaren "Notwendigkeiten"!

    Für breite Massen wird niemals durch Politiker und Justiz die „Unverbrüchlichkeit einmal geschlossener Verträge“ oder die angeblich unabdingbare jahrelange „Einzelfallbetrachtung“ durch alle Instanzen, im Gegenteil zu Wirtschaftsprozessen von Eliten, wortgewaltig und verständnisvoll eingeklagt! In der Deutschland AG wurde bisher in 60. Jahren nicht einer ernsthaft wg. der ständigen Kungelei der Aufsichtsräte mit Vorständen zum Nachteil von Unternehmen und Beschäftigten bestraft, aber wie kann man von den politisch weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften mehr erwarten!

    ALSO: über den theoretischen Tellerrand schauen und nicht alles auf die Griechen abschieben geht klar!

    ABER (!): bitte davor nicht das NAHELIEGENDE zur Sanktionierung der schmerzbefreiten Eliten und Institutionen vergessen! Anderenfalls kann es, Gott bewahre, bald in der ganzen EU ähnlich wie auf Griechenlands Straßen zugehen!

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