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Merken   Drucken   10.09.2009, 19:33 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Fricke - Deutschland wählt den Krisenausgang  

Vor der Bundestagswahl mehren sich die Signale für eine Erholung der Wirtschaft. Ob daraus ein richtiger Aufschwung wird, hängt stark vom Geschick der neuen Regierung ab. von Thomas Fricke 
Die deutsche Wirtschaft kommt gerade aus der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. Das Staatsdefizit schnellt auf historische Rekorde. Seit dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft waren in Deutschland nicht mehr so viele Menschen in Kurzarbeit. Und in großen Unternehmen bestimmt plötzlich der Staat.
Selten gab es so viel Stoff wie in diesem Wahlkampf, um über neue wirtschaftspolitische Ideen, die Zukunft der Weltwirtschaft, der Staatsfinanzen und des Kapitalismus zu streiten. Und wie sieht es in der Realität aus? Selten ist in einem Wahlkampf so wenig über die große Wirtschaftspolitik gestritten worden, waren sich die Parteien so einig, dass hier und da sicher etwas zu tun ist, aber irgendwie nichts wirklich Aufregendes.
Könnte sein, dass mancher Regierungsanwärter darauf zählt, dass manches in Kürze nicht mehr so schlimm ist, weil die Konjunktur anzieht. Möglich. Nur: Ob aus der Erholung ein langer Aufschwung wird, ist damit nicht gesagt. Das wird davon abhängen, wie geschickt die nächste Regierung dabei ist, Staatsdefizite und andere Kollateralschäden der Krise im rechten Moment abzutragen - ohne die Konjunktur zu kippen. Und ob sie aus der Erfahrung des abgebrochenen letzten Aufschwungs Lehren zieht. Damit könnte die neue oder alte Koalition schon bald nach dem 27. September konfrontiert sein.

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  • Aus der FTD vom 11.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 11.09.2009 19:13:54 Uhr   s.sommer: Zielbahnhof ist bekannt

    1. Die Guttenbergsche Agenda

    2. Westerwelles Rede vor ein paar Tagen. Man könnte rund 1 Mrd. Euro bei den Hartz IV-lern einsparen. Das geltende Steuerrecht konsequent angewendet würde rund 72 Mrd. Euro einbringen.

    3. Hayek: Die wahre Freiheit gibt es nur ohne Sozialstaat. Zielbahnhof ist hier vorwärts zurück in die Zeit vor 1873. Dahinter steckt die Überzeugung, dass es Diebstahl ist, wenn Unternehmer Löhne zahlen müssen. Raub liegt vor, wenn Gewerkschaften mit mischen. Wenn Unternehmen Steuern zahlen müssen, ist ebenso Diebstahl gegeben. Was hat Guttenberg zu den Unternehmenssteuern schreiben lassen?

    Die Verschmelzung von Wirtschaft, Politik und Medienmacht wird schon dafür sorgen, dass die Refeudalisierung weiter gehen wird und damit dieses Partikularinteresse kaum Schaden nehmen wird.

  • 11.09.2009 10:09:18 Uhr   Strichnid: Der Fahrplan steht schon
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