FTD.de » Politik » Deutschland » Fricke - Viel Wind um wenig Wunder

Merken   Drucken   12.03.2010, 06:21 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Fricke - Viel Wind um wenig Wunder  

Die Deutschen kriegen es hin, Tag und Nacht über Hartz zu zanken - ohne dass jemand fragt, ob die Reform gebracht hat, was sie sollte. Die Antwort könnte ernüchternd ausfallen. von Thomas Fricke 
Es gab einmal Experten, die hatten herausgefunden, dass es in Deutschland trotz Arbeitslosigkeit viele offene Stellen gab. Da stimmt etwas nicht, meinten die Experten und empfahlen, den Druck zu erhöhen. Worauf der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder vor genau sieben Jahren in einer Bundestagsrede Reformen ankündigte. 2005 wurde das Arbeitslosengeld verknappt und die Bezugsdauer verkürzt.

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  • Aus der FTD vom 12.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 11.05.2010 03:44:37 Uhr   Urmele: Quo vadis res publica?

    Herr Fricke, ein mutiger zielgenauer Artikel!
    Lob aber auch an alle Verfasser bisheriger Forenbeiträge - kompetent und sozialverantwortlich!

    Der Wirtschaft, Finanzbranche, Politik sowieso, aber auch den meisten Unternehmern ist in den letzten 10-20.Jahren unter dem darwinistischen Primat des Machterhaltungsprosa unserer Parteien mit dem christlichen „C“ und dem sozialen „S“ nicht nur meist der gesunde Menschenverstand, sondern auch jeglicher gesellschaftliche Anstand und Bodenhaftung grob abhanden gekommen! Wenn eine Kanzlerin 300.000 EUR verdient und US-Präsident 350.000$, dann ist für mich wertungs- und neidfrei dort auch das absolute Ende der Begerlichkeitsfahnenstange unsere Eliten und ihrer Boni!

    Seit Hartz-IV (2005) sind in DE durch Täuschung der Politik über das Allheilmittel des steten Exportwachstums gegen Technologieausverkauf/Marktöffnung von den damals noch 28. Mio. sozialabgabenpflichtigen Vollzeitjobs nun nur noch 22 Mio. verblieben! Dafür explodierte die Zahl der prekären Hungerjobs auf über 7.Mio! Diese ungeheure Korrelation des Jobstransfers ist nicht zu leugnen und alleinige Frucht der politischen Lobbyarbeit der bespendeten Parteien für erkenntnisvolle Gönnerverbände!

    Die Leiharbeit wurde für kurzes "Auffangen der Konjunkturspitzen" eingeführt, wurde aber dauerhaft nur zum gezielten Drücken der Lohnstrukturen missbraucht. Stammbelegschaften wurden offen von Arbeitgebern mit Leiharbeitern z.T. sogar aus eigenen Leiharbeitsfirmen mit Niedriglöhnen für gleiche Arbeit konfrontiert. Die resultierende latente Angst vor Arbeitsplatzverlust wurde gezielt verstärkt durch Zeitverträge, Probezeiten und Praktika für vollwertige Arbeitsplätze. Abschließend wurden bei geringsten Konjunkturschwankungen Anteile der Stammbelegschaften betriebsbedingt freigesetzt und kurz danach vielfach mit Zeitverträgen zu Niedriglöhnen wieder gütig eingestellt.
    Lidl-Geschichten, die in Talkshows von der Leyen vor angeblicher Überraschung medienwirksam beben ließen, sind Peanuts gegen die Dauerwirklichkeit unserer Industrie mit gerade noch 5.Mio verbliebenen A.p. in DE!
    Obwohl die ständig manipulierten Arbeitsstatistiken monatlich immer rosiger klingen, ist die Arbeitsplatzanzahl im verarbeitenden Gewerbe seit der Einführung des Kurzarbeitergeldes um 360.000 zurückgegangen!

    Gleichzeitig wurden von SPD, Grünen und CDU die Unternehmensgewinne um 60% p.a. gesteigert, die DE-Löhne vs. EU real um 40% gesenkt, die Vollarbeitsplätze ausgedünnt und die Arbeitslosenhilfe in sofortige enteignende Sozialhilfe ohne vorhandene offene Stellen „aktivierend“ umgewandelt.
    Die Finanzmärkte wurden nach Wunsch von Ackermann & Co komplett dereguliert und nach dem Zusammenbruch warf diese politische Erlebnisgemeinschaft den verursachenden Banken Billionen Steuergelder einfach nach und schiebt heute noch 2.Billionen ungefragt nach!
    Quo vadis res publica? (bis zur nächsten Wahl ;)

  • 17.03.2010 20:55:31 Uhr   Onzapintada: Der Zweck von Hartz-4
  • 15.03.2010 13:57:12 Uhr   fokus: Griechenlandfalle
  • 13.03.2010 03:24:22 Uhr   frank: Sackgasse
  • 12.03.2010 16:23:23 Uhr   Thomas Müller: @Mr X
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