Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
Man könnte das ganze mal ganz einfach -verkürzt -zusammenfassen .
Das Denken der Bosse und der Politiker hat sich nicht geändert. Sie haben die Globalisierung und die Folgen noch nicht begriffen. Der Pleitegeier sitzt schon
auf dem Dach.
Man will mit den Rezepten, mit den Regeln, die zur gigantischen und
bedrohlichen Krise geführt haben, genau diese Krise beseitigen.
Wenn sie auf eine Pflegecreme Pickel bekommen, kann man diese nicht mit der gleichen Creme beseitigen.
Das wird nicht funktionieren.
Sie sind alle verhaftet in Denkmustern der letzten Jahrzehnte, sie haben alle
die Veränderungen der globalen Welt nicht erkannt und nicht zur Kennntnis genommen. Deutschland kann nicht mehr für den ganzen Globus produzieren
Produkte und absetzen, andere Länder sind ebenfalls zu Wirtschaftsmächten aufgestiegen. Also, wohin soll der Absatz denn gehen? Was vor 30Jahren
noch funktioniert hat, die Regeln von damals gelten eben heute nicht mehr.
Sie werden neue Wege gehen müssen, ansonsten haben sie das Nachsehen.
Diese neuen Wege sind nirgendswo sichtbar.
Es kommt immer die alte Leier, nur die ist "ausgeleiert". Wer im Mittelalter
stehen bleibt, mit seinem Denken, fällt automatisch ins Mittelalter zurück.
Um uns herum gibt nicht mehr nur Entwicklungsländer, die wir grenzenlos
beliefern könen. Das ist vorbei. Also, aufwachen!
Die Konsumwirtschaft hat ihr natürliches Ende erreicht. Wer soll denn den Plunder , der Tag und nacht wie die Eier der Hühner in einer Legebatterie produziert wird, kaufen, wer hat noch das Geld dazu, wer hat überhaupt Platz, diesen zu lagern?
Da jeder eine Existengrundlage braucht, überleben muß, muß man sich den veränderten Bedingungen anpassen. Oder wollen sie alles auslagern und die Menschen hier verhungern lassen? Es muß alles neu strukturiert werden ,
Kein Gedanke darf tabu sein. Die Nation kann überleben, alle können
weiterleben aber nicht so wie bisher. Auch nicht die Großverdiener, die -Einkommens-Millionäre, auch nicht der Mittestand, auch nicht die Unterschicht.
Der Verteilungsspielraum wird eng, doch das Vorhandene muß neu auf die Waagschale gelegt werden.
Ansonsten gehen wir alle in den Bankrott. Wir stehen kurz davor.
Noch verfolgt man die gleichen Strickmuster, predigt die Wirtschaftstheorie der vergangenen Jahrzehnte, verstärkt den Wahn der Spekulation statt Realwirtschaft. So kommen wir mit Sicherheit nicht aus der Sackgasse.
Genauso wenig führt uns der Privatisierungswahn aus der Krise.
Wir bekommen für einen Moment Geld, doch wer die Substanz verschleudert,
der ist sehr bald bettelarm. Jede Substanz kann man nur einmal veräussern.
Was dann? Wie sagt man in einem alten Sprichwort:
Man kommt von Federn auf Stroh. .Wir sind gerade auf dem Weg dahin.