Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
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Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.deHerr Köhler war in einer Zwickmuehle, weil er die Ressourcenkriege in Afghanistan und anderswo als das bezeichnet hat, was sie sind. Wenn er danach, wie bspw. von den Grünen verlangt, abgeschworen, und wieder die Platte des Demokratie-nach-Afghanistan-Tragens aufgelegt hätte, hätte er sich vollkommen laecherlich gemacht.
Wenn er andererseits bei seiner realistischen Lagebeschreibung geblieben wäre, hätte dies seiner elitaeren Klientel die Aufrechterhaltung ihrer Fassade sehr erschwert.
Dass er das Ganze nicht aussitzen wollte, zeigt, dass er offenbar ziemlich - so ist anzunehmen - unter Druck gestanden haben muss, und es zeigt gleichzeitig, wie wichtig diese Ressourcenkriege und deren Vermarktung an der Heimatfront auch für die deutschen Eliten sind (und nicht nur für die der USA).
Der Sturm gegen Frau Käßmann ist noch in guter Erinnerung. Sie und Koehler, obwohl in der Sache, um die es geht, genau entgegengesetzter Auffassung, haben sich desselben Vergehens schuldig gemacht: Sie haben die Dinge beim Namen genannt. Dem Volk reinen Wein einzuschenken, das hält man in großen Teilen der Funktionseliten und weiter oben nicht für opportun. Man wird im Praesidentenamt keinen Kritiker dieser Politik zulassen.
Es wird einer der übrigen aus der neoliberalen Fraktion.
Ein Treppenwitz wäre allerdings der Bankenretter Steinbrück gewesen. Der Verursacher der Misere müsste sie dann repräsentieren.